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Hellweger Anzeiger
Westfälische Rundschau

Diskussion um Kostensteigerungen

Die Grünen stellen Unnas Stadthalle in Frage

Von Anna Gemünd, 08.02.2018
Die Grünen stellen Unnas Stadthalle in Frage © Marcel Drawe
In der Stadthalle muss auch die Lüftungsanlage erneuert werden. Das treibt die Kosten in die Höhe. F ...

Unna. Die Kostensteigerungen bei der Sanierung der Stadthalle sorgen in der Politik für Diskussionsbedarf – vor allem bei den Grünen.

Die Freigabe der rund 2 Millionen Euro, die für die Sanierung der Stadthalle zusätzlich notwendig sind, wird die Politik wohl erteilen – wenn auch mit Zähneknirschen. Die Fraktionsvorsitzenden sind sich weitgehend einig, dass es wohl keine Alternative dazu geben werde. Nur die Grünen sehen dies deutlich anders – und sehen den Zeitpunkt für eine Grundsatzdebatte gekommen.

„Unsere Bereitschaft, jetzt weitere 1,8 Millionen Euro für die Sanierung der Stadthalle freizugeben, ist ehrlich gesagt nicht besonders groß“, sagt Charlotte Kunert, Fraktionsvorsitzende der Grünen, auf Anfrage unserer Redaktion. Das Geld könne an anderer Stelle besser eingesetzt werden. Zumal die Stadthalle in der Form, wie sie derzeit genutzt werde, nicht zwingend für Unna sei. „Wir brauchen einen großen Veranstaltungsort, keine Frage. Aber den haben wir mit der Lindenbrauerei. Und auch die Aulen der Schulen sind sehr gut. Die könnten viel öfter genutzt werden“, sagt Kunert. Für eingekaufte Veranstaltungen wie eine Brautmesse brauche man die Stadthalle nicht. „Dafür müssen wir nicht die Infrastruktur vorhalten. Da können wir lieber Busse chartern und nach Dortmund fahren, wenn solche Messen dort stattfinden“, so Kunert.

Anders sieht das der CDU-Fraktionsvorsitzende Rudolf Fröhlich: „Die nun bekannten Verteuerungen beziehen sich maßgeblich auf den Brandschutz. Der ist Voraussetzung für den Betrieb der Stadthalle in jedweder Form. Und die Aufgabe der Stadthalle kann keine Option sein, denn sie ist ein tragendes Element unserer Kultur“, so Fröhlich. Ähnlich sieht dies SPD-Fraktions-Chef Volker König: „Ohne Brandschutz müssten wir die Halle zumachen. Und das kann keiner wollen.“ Die Tendenz, die Stadthalle zu erhalten, sei bei der SPD selbstverständlich vorhanden. Bei einem Fraktionsgespräch mit dem Technischen Beigeordneten wolle man heute mehr Details erfahren – auch, bei welchen weiteren Bauprojekten ebenfalls Kostensteigerungen drohen.

Auch Günter Schmidt, Vorsitzender FDP-Fraktion, sieht die 1,8 Millionen Euro als „Kosten, um die wir nicht herumkommen“. Schließlich gehe es nicht um eine schönere Fassade, sondern um Brandschutz. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Finanzierung der zusätzlichen 1,8 Millionen Euro – unter anderem durch Mehrerträge aus der Umsatzsteuer, der Einkommenssteuer und der Gewerbesteuer sowie durch eine geringere Kreisumlage – wird vom Vorsitzenden der FLU-Fraktion, Klaus Göldner, kritisch gesehen: „Ich gehe davon aus, dass die Kreisumlage in den nächsten Jahren eher steigen als sinken wird. Das kann also nicht seriös zur Finanzierung dieser Mehrkosten eingeplant werden.“

Petra Weber, Fraktionsvorsitzende der Linken, wünscht sich eine Zurückstellung der Beratung über die Freigabe der zusätzlichen Gelder, bis dies im Arbeitskreis zu den Haushaltsberatungen besprochen worden sei. Dieser tagt das nächste Mal am 23. Februar – einen Tag nach der Ratssitzung, für die der Beschluss über die zusätzlichen Kosten der Sanierungsarbeiten zur Entscheidung vorgelegt wird. „Diese Situation stellt uns vor ganz neue Herausforderungen“, so Weber.

Kommentare

Jochen Bretschneider 08.02.201812:30 Uhr

Warum müßen die grünen Politiker alles kaputt machen . Die Stadthalle ist doch auch für Theater Vormiete und viele anderen Veranstaltungen da.
Dort wird ein guter Job gemacht und Unna braucht die genau so wie die Lindenbrauerei und die wird auch schon seid Jahren bezuschußt


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