Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Hellweger Anzeiger
Westfälische Rundschau

Unna feiert Karneval

Junge Jecken erobern Unna

Von Dirk Becker und Sebastian Pähler, 08.02.2018
Junge Jecken erobern Unna
Im bunten Konfetti-Regen zogen die jungen Jecken Richtung Rathaus. Foto: Becker

Unna. Unnas Jecken sind los. Trotz eisiger Temperaturen startete der Umzug der Kinder um halb elf auf dem Platz der Kulturen. Von dort ging es einmal quer durch die Innenstadt.

Ein Esel und ein rotes Pferd – passt das zusammen? In Unna auf jeden Fall, erst recht beim Straßenkarneval. Der erlebte an Weiberfastnacht seinen frühen Höhepunkt. Angeführt von Helmut Scherer zogen mehr als 800 Mädchen und Jungen aus Schulen und Kindergärten vom Platz der Kulturen zum Rathaus, um es zu stürmen.

Musik gibt es beim Unnaer Umzug aus dem Lautsprecher. Was anderswo das „Trömmelsche“ oder „Viva Colonia“, ist in Unna ein neuer, eingängiger Hit. Und mit ihm erklingt statt „Helau“ oder „Alaaf“ immer wieder ein „Unna i-ahhh“. Die Hommage an das Unnaer Symbol schlechthin haben die Kinder längst verinnerlicht. Und so ziehen auch das Kinderprinzenpaar Benjamin und Noemi sowie die Kinderpräsidentin Miriam mit diesem Karnevalsruf in das Büro von Unnas Bürgermeister Werner Kolter. Der sitzt gerade mit seiner Stellvertreterin Renate Nick zusammen, als die Kinderpräsidentin Miriam den Stadtschlüssel fordert. Den überreicht Kolter schließlich in der Bürgerhalle – „kampflos“, wie er betont, denn die Beamten, die ihn hätten verteidigen könnten, hätten viel Arbeit.

Den Kindern ist es gleich. Sie freuen sich über die Berliner Ballen und das Popcorn, das verteilt wird. Während des Umzuges haben sie schon Bonbons gesammelt, die von den Straßenrändern geworfen wurden. Das ist in Unna guter Brauch: Nicht die Kinder müssen Kamelle werfen, sie werden beworfen. Und dabei sind die Anwohner einfallsreich. Dietmar Nowodworski hat eine Schüssel an einer langen Stange befestigt und lässt vor dem Arthaus an der Massener Straße Bonbons vom Himmel regnen. Helmut Scherer ist ebenfalls glücklich. „Das war ein langer Zug, es werden immer mehr Kinder“, strahlt er.

Karneval gefeiert wurde aber nicht nur in der Innenstadt. In Königsborn gab es gleich zwei Gelegenheiten für Kinder, in bunten Kostümen Spaß zu haben. Rund 200 Teilnehmer machten beim Karnevalsumzug des Kindergartens Katerborn mit. Das Motto lautete „Unterwasserwelten“. Die 75 Kinder des Kindergartens hatten mit ihren Erzieherinnen an Festwagen und Kostümen zu dem Thema gebastelt.

Rund 30 Kinder tummelten sich im Falken-Kinderclub, wo die Karnevalsfeier zum ersten Mal nach dem Umzug stattfand. Zuvor hatten die Kinder geholfen, die Räume zu dekorieren und Essen und Spiele vorzubereiten. Besonders beliebt waren Tanzspiele zur Musik, die sich die jungen Karnevalisten für die Party gewünscht hatten. Als Ninjas, Jedi-Ritter oder Superhelden nahmen sie auch an einem Kostümwettbewerb teil oder verputzten Schokoküsse um die Wette. Als leckere und gesunde Alternative zu den Süßigkeiten gab es auch reichlich frisches Gemüse.

Neben den Kindern feierten an Weiberfastnacht aber natürlich auch Unnas jecke Frauen. Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr waren die Weiber erneut in das Bürgerhaus Arche in Hemmerde eingeladen. Dort hatten sie gemeinsam viel Spaß – natürlich auch immer wieder mal auf Kosten des vermeintlich „starken“ Geschlechts.

Im Schalander in der Lindenbrauerei standen dann aber ausgerechnet Männer im Mittelpunkt. Die rüstigen Herren von „Cantus Brutalis“ ließen es sich erneut nicht nehmen, Unnas jecke Weiber zu unterhalten. In den Pausen und nach der Show sorgte DJ Andy Müller für Partymusik.

Kommentare


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.