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Zwischenfall bei der Düngung

Sprung rettet Fußgängerin vor Güllelaster

Von Thomas Raulf, 12.02.2018
Sprung rettet Fußgängerin vor Güllelaster © UDO HENNES
An dieser Stelle mussten die Fußgängerinnen einem Tanklaster ausweichen, der zügig unterwegs war. Fo ...

Billmerich. Eine Spaziergängerin hatte im südlichen Bornekamp eine unangenehme Begegnung mit einem Gülletransporter. Sie musste sich mit einem Sprung aufs Feld vor dem offenbar schnellen Fahrzeug retten. Für die Polizei hat die Verfolgung dieses Falls keine hohe Priorität, für den Ortsvorsteher schon. Er ist selbst Landwirt und um den Ruf seines Berufsstands bemüht.

Der Vorfall ereignete sich am Freitagnachmittag. Die Spaziergängerin war gemeinsam mit einer Freundin auf der südlichen Verlängerung der Bornekampstraße unterwegs – eine Runde mit Hunden durch das Naherholungsgebiet. Auf einem schmalen Wirtschaftsweg in Höhe Billmerich näherte sich den Spaziergängerinnen ein Tankfahrzeug. „Ich dachte noch: Der wird doch nicht mit dem hohen Tempo zu uns abbiegen“, erinnert sich die Frau. Der Fahrer tat es. Sie und ihre Begleiterin hätten sich nur durch einen Sprung von der Straße auf eine Wiese retten können. Der große Tanklaster sei mit hoher Geschwindigkeit weitergefahren. In der Ferne habe sie ein älteres Paar gesehen, das auch schon auf einem Acker stand, um dem Laster auszuweichen. Der Fahrer sei auch durch Kurven zügig gefahren, die wegen des dichten Bewuchses schwer einsehbar seien. „Was wäre, wenn in so einem Fall eine Familie mit Kindern spazieren geht?“, fragt die Frau.

Sie meldete den Vorfall tags darauf bei der Polizei in Unna. Dort allerdings fühlte sie sich nicht ernst genommen. Die Beamten hätten sich nicht veranlasst gesehen, dem Fall auf den Grund zu gehen. Warum nicht, auch wie das Gespräch in der Wache verlaufen ist – das lässt sich wohl nicht mehr aufklären. Polizeisprecher Thomas Röwekamp erklärte, dass ein solcher Vorfall für die Polizei eher eine geringere Priorität habe. Eigentlich aber hätte er verfolgt werden müssen. Auch auf Wirtschaftswegen gelte der Grundsatz der gegenseitigen Rücksichtnahme. Und wer sich mit seinem Fahrzeug Spaziergängern nähert, müsse natürlich seine Geschwindigkeit anpassen. Er rät Zeugen dazu, die Polizei umgehend zu informieren, wenn es zu einer solchen Nötigung gekommen sei, am besten noch vom Ort des Geschehens mit dem Handy. „Wir würden dann auch mit einem Streifenwagen dort hinfahren.“

Die Fußgängerin, die den Zwischenfall öffentlich machte, will vor allem erreichen, dass Fahrer auf richtiges Verhalten hingewiesen werden. Und die beste Möglichkeit, das zu tun, hat Bernhard Albers. Der Billmericher Ortsvorsteher und Landwirt konnte anhand von Ort und Zeitpunkt nachträglich am Montag sofort die Verantwortlichen ermitteln. „Ich kenne das Unternehmen, das da gefahren ist.“ Auch er habe mit der auswärtigen Firma schon zusammengearbeitet, am Freitagnachmittag seien die Fahrzeuge aber für einen Kollegen unterwegs gewesen. Solche Lohnunternehmer erhielten in der Regel ihre Aufträge via Internet, mit genauen Beschreibungen, was auf welches Feld aufgebracht werden soll. In diesem Fall seien es wohl Gärreste aus einer Biogasanlage gewesen. „Die Fahrer bekommen immer auch Hinweise, wie sie die Felder anfahren sollen“, sagt Albers. Die Transporter seien „gewaltig“ und könnten auf Laien durchaus bedrohlich wirken, weiß Albers. Umso wichtiger sei es, dass die Fahrer rücksichtsvoll sind. Anhand von Fahrtenbüchern lasse sich genau ermitteln, wer hier verantwortlich war. „Ich kümmere mich darum“, verspricht Albers.

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