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Iserlohner Straße

Tempo 30 bleibt ohne Hinweis auf Lärmschutz

Von Thomas Raulf, 11.02.2018
Tempo 30 bleibt ohne Hinweis auf Lärmschutz © Borys Sarad
Dieses neue Temposchild steht an der Iserlohner Straße aus Lärmschutzgründen. Einen entsprechenden H ...

Unna. Wieso sie mit maximal Tempo 30 über einen Teil der Iserlohner Straße fahren müssen, das erfahren Autofahrer wohl nur, wenn sie einmal beim Schnellerfahren erwischt werden.

Wie berichtet hatte die Stadt für einen Abschnitt der Straße südlich der B1 ein neues Tempolimit angeordnet und inzwischen umgesetzt. Maximal 30 Stundenkilometer gelten dort anstelle der bisherigen 50. Das Tempolimit ist ein Ergebnis der Lärmaktionsplanung. Es wurde bisher nur dort eingerichtet, weil die Stadt für andere Straßenzüge noch keine Zustimmung von anderen Behörden hat. Das gilt unter anderem für den weiteren Verlauf der Iserlohner Straße nördlich der B1.

Wie dieses Tempolimit angenommen wird, bleibt abzuwarten. Ein Anlieger äußerte sich jetzt kritisch, möglicherweise stellvertretend für weitere. Eine Geschwindigkeitsreduzierung auf einem so kurzen Abschnitt sei nicht sinnvoll. Es sei fraglich, ob der Umgebungslärm dadurch tatsächlich reduziert werde, zumal ein Auto bei langsamerer Fahrt auch lauter sein könne, da der Motor dann eine höhere Drehzahl haben kann. Nach Meinung des Anliegers müsse der Nutzen des Tempolimits auch evaluiert werden.

Ob sich Autofahrer überhaupt daran halten, ist eine andere Frage. Ein Stück weit beantwortete der Kreis Unna diese Frage: Die Bußgeldstelle hatte angekündigt, dass Geschwindigkeitskontrollen an dieser Stelle durchaus möglich und auch vom Gesetzgeber vorgesehen sind. Nicht nur Unfallgefahr kann ein Grund für Tempomessungen sein, auch Lärmschutz. Wird jemand „geblitzt“, dann soll er nachher auch erfahren, warum. Dass die „30“ wegen Lärmschutz gilt, soll im Bußgeldbescheid mit aufgeführt werden.

Auf dem Straßenschild in Unna soll dieser Hinweis ausbleiben. Es gibt Beispiele für Tempo-30-Schilder, unter denen auch ein Hinweis auf Lärmschutz angebracht ist, in Kamen etwa. Die Stadt Unna aber will vorerst darauf verzichten. Stadtsprecher Oliver Böer deutet an, dass der Sinn solcher Zusatzhinweise umstritten sei. Wer rücksichtsvoll handeln möchte, hält sich womöglich gerne an das Tempolimit, um Menschen in seiner Umgebung nicht zu belasten. Denkbar ist aber auch ein umgekehrter Effekt: Wer ein modernes Auto hat, das er für besonders leise hält, fährt vielleicht an dieser Stelle schneller, da er die langsamen 30 Stundenkilometer in seinem Fall für unnötig hält.

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