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Entscheidung im Stadtrat

Familienbad für Bergkamen rückt näher

Von Michael Dörlemann, 15.05.2018
Familienbad für Bergkamen rückt näher © Stefan Milk
Die Mehrheit im Stadtrat will den Bergkamenern nicht das Hallen- und das Wellenbad wegnehmen und dur ...

Bergkamen. Für den Bau eines Familien- und Freizeitbades zeichnet sich im Stadtrat mittlerweile eine deutliche Mehrheit ab. Bevor sich der Rat festlegt, möchte die CDU aber die Frage eines neuen Konsortialvertrags klären.

Wenn der Stadtrat in seiner Sitzung an diesem Donnerstag die grundsätzliche Entscheidung trifft, wie das neue Bergkamener Bad aussehen soll, dürfte die Entscheidung sehr deutlich fallen: Keine der Fraktionen im Stadtrat will offenbar noch das reine Sportbad für Schulen und Vereine, das ursprünglich einmal als Ersatz für das Hallenbad an der Lessingstraße und das Wellenbad am Häupenweg im Gespräch war. Alle vier Fraktionen im Rat sind der Meinung, dass das neue Bad sich nicht darauf beschränken sollte, die Möglichkeiten für den Schul- und Vereinssport zu schaffen.

Bad mit Mehrwert

Familienbad für Bergkamen rückt näher
Das Bad in Lippstadt soll Vorbild für das neue Bergkamener Kombibad werden. Welche Ausstattungsdetai ...
Die Mehrheit für ein Freizeitbad steht im Grunde genommen schon seit einigen Wochen fest, nachdem es in allen Fraktionen heftige Diskussionen über die zukünftige Bergkamener Bäderlandschaft gegeben hatte. Bernd Schäfer, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, hatte bereits vor einigen Wochen mitgeteilt, dass sich seine Fraktion ein Bad „ohne Mehrwert für die ganze Bevölkerung“ nicht vorstellen kann. Die SPD hat schon allein die Mehrheit im Stadtrat. Zwei Gutachten hatten zudem deutlich höhere Besucherzahlen als bisher beim Bau eines Freizeit- und Familienbades prognostiziert (wir berichteten).

„Wir wollen kein rein funktionales Bad“, bekräftige Schäfer jetzt noch einmal die Position seiner Fraktion. Von dem neuen Bad sollten nicht nur die Sportvereine, sondern die gesamte Bevölkerung profitieren, sagte der Fraktionsvorsitzende.

Diese Position vertritt grundsätzlich auch die CDU, sagte deren Vorsitzender Thomas Heinzel auf Anfrage.

Auch die Grünen werden dem Vorschlag der Stadtverwaltung, ein Freizeit- und Familienbad zu bauen, wahrscheinlich zustimmen. Der Fraktionsvorsitzende Jochen Wehmann mochte die Entscheidung seiner Fraktion zwar vor der Ratssitzung noch nicht endgültig mitteilen. Zumindest die Richtung der Grünen dürfte aber klar sein. „Wir wollen an die ganze Bergkamener Bevölkerung denken“, sagte Wehmann. Er sei sich sicher, dass es zum Bad im Rat zu einer breiten Mehrheit kommt.

Mit der kleinsten Fraktion im Rat, BergAUF, könnte es wohl allenfalls zu Diskussionen kommen, ob die Ausstattung des Freizeit- und Familienbades ausreichend ist. „Wir haben schon immer gesagt, dass wir keine Sparlösung wollen“, sagte der Fraktionsvorsitzende Werner Engelhardt.

Vorschlag der Verwaltung

Die Stadtverwaltung schlägt dem Stadtrat vor, sich in der seiner Sitzung am Donnersgag zumindest auf den grundsätzlichen Charakter des neuen Kombibads festzulegen.

Eine Entscheidung über die Gestaltung und Ausstattungsdetails soll in der Ratssitzung aber noch nicht fallen.

CDU mahnt neuen Konsortialvertrag mit den GSW-Partnern an

Familienbad für Bergkamen rückt näher © Marcel Guboff
Bevor die CDU ihre Zustimmung zum neuen Bad gibt, möchte sie erst einen neuen Konsortialvertrag. Der Vertrag regelt, wie die Verluste aus den Freizeiteinrichtungen unter den Teilhabern der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) verteilt werden. Der bisherige Vertrag sieht vor, dass die Verluste entsprechend der Gesellschaftsanteile der Kommunen verteilt werden (Bergkamen und Kamen je 42 Prozent, Bönen 16 Prozent). Dabei fühlen sich die beiden großen Anteilseigner benachteiligt, weil das Bönener Bad ein erhebliches Defizit macht, von dem die Gemeinde nur einen kleinen Teil tragen muss. Es soll sich um knapp zwei Millionen Euro pro Jahr handeln, von denen die beiden großen GSW-Partner den größten Teil tragen.

Anders als der Wortlaut des Antrags vermuten lässt, den die CDU stellen will, bestehen die Christdemokraten nicht auf einem ausgehandelten und neuen Konsortialvertrag, bevor sie eine Entscheidung über das Bergkamener Bad treffen wollen. „Uns würde schon eine Absichtserklärung reichen“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Heinzel. Die Forderung nach einem neuen Konsortialvertrag müsse sich aber auf jeden Fall im Ratsbeschluss wiederfinden. „Wir müssen zumindest Druck machen, dass der Vertrag geändert wird“, sagte er.

Bei der Forderung nach einem neuen Vertrag ist sich die Ratsmehrheit ohnehin einig. Auch SPD und Grüne fordern schon seit einiger Zeit, dass die Verluste aus den Freizeiteinrichtungen gerechter verteilt werden müssen – zumal Bergkamen mit der Privatisierung der Eishalle bereits in Vorleistung getreten ist.

Dennoch will die SPD die Grundsatzentscheidung für ein Freizeit- und Familienbad nicht abhängig vom Konsortialvertrag machen, wie der Fraktionsvorsitzende Bernd Schäfer sagte. „Wir wollen unsere Badpläne wegen des Vertrags nicht komplett hinten anstellen“, sagte er. Jochen Wehmann lobte die CDU als „fleißig“ , den Antrag zu stellen – damit laufe die Union aber offene Türen ein.

Einzig die Fraktion BergAUF klinkt sich beim Konsortialvertrag aus. Der Fraktionsvorsitzende Werner Engelhardt wies darauf hin, dass seine Fraktion schon früher keine unbedingte Notwendigkeit gesehen habe, den Vertrag zu ändern. Er verglich die Gemeinschaftsstadtwerke mit einer Wohngemeinschaft. „Da kündigt doch auch jemand nicht sofort den Vertrag auf, bloß weil sich ein Mitglied mal einen Joghurt mehr aus dem Kühlschrank nimmt“, sagte er.

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