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Feuerwehr

Großbrand in der Bergkamener City

Von Michael Dörlemann, 18.05.2018
Großbrand in der Bergkamener City © Michael Neumann
Auf der Töddinghauser Straße standen die Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst Schlange. ...

Bergkamen. Es war 3.56 Uhr, als die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in der City von einem Rauchmelder aufgeschreckt wurden. Als die Feuerwehr eintraf, war schon der komplette Kellerbereich verraucht. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Die Rettungsleitstelle erreichte zunächst ein Notruf per Handy. Der Anrufer meldete einen Rauchmelder, der Alarm ausgelöst hatte und Rauch, den er im Keller des Wohngebäudes Töddinghauser Straße 135 und 137 sah.

Als die Feuerwehr eintraf, quoll bereits Rauch aus den Lüftungsschlitzen im Kellerbereich. Die Feuerwehrleute sahen sogar Qualm in der Eingangshalle des angrenzenden leer stehenden Einkaufszentrum Turmarkaden und auf dem Hof hinter der ehemaligen Sparkasse. Wie sich später herausstellte war das Feuer in zwei Räumen an der ehemaligen Warenanlieferung im Hof ausgebrochen.

Löschangriff von drei Seiten

Großbrand in der Bergkamener City © Michael Neumann
Die Feuerwehr ging von drei Seiten in den unübersichtlichen Kellern des Komplexes in der Bergkamener ...
Für die Brandbekämpfer war es schwierig, den eigentlichen Brandort in dem Komplex zu finden, zu dem das Wohnhaus, die Turmarkaden, die Geschäftsräume am Zentrumsplatz und das ehemalige Sparkassen-Gebäude gehören. Der gesamte Bereich ist von einem riesigen, verwinkelten Kellerbereich durchzogen, bei dem alle Teile miteinander verbunden sind, sodass sich der Rauch großflächig ausbreiten konnte.

Der Einsatzleiter, Stadtbrandmeister Dietmar Luft beorderte die Feuerwehreinheiten aus allen Stadtteilen an die Einsatzstelle. Lediglich die Einheit (Löschgruppe) Heil rückte nicht aus. Sie übernahm die Grundsicherung, falls es noch an anderer Stelle in Bergkamen zu einem Einsatz kommen sollte. Im Einsatz waren rund 70 Feuerwehrleute, die Polizei, der Rettungsdienst, Notärzte und das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Luft bildete vier Einsatzabschnitte, davon drei an dem Gebäudekomplex.

Einsatz unter Atemschutz

Großbrand in der Bergkamener City © Michael Neumann
Trupps unter Atemschutz machten sich auf die Suche nach dem Brandherd. Oberadener Feuerwehrleute fan ...
Trupps unter Atemschutz machten sich von drei Seiten auf die Suche nach dem Brandherd. Mittlerweile hatte sich so viel Rauch entwickelt, dass sich die Feuerwehr entschloss, das Wohngebäude vorbeugend zu evakuieren. Die rund 45 Bewohner des mehrstöckigen Wohngebäudes wurden im Ratstrakt am Rathaus untergebracht und dort vom DRK betreut. Im Einsatz war unter anderem ein Teil der Einsatzbereitschaft NRW des DRK. Sie versorgte die Bewohner unter anderem mit Kaffee und Brötchen. Die Evakuierung war zum Teil schwierig. Eine ältere Bewohnerin des Mehrfamilienhauses musste mit einem Rollstuhl und mit Sauerstoffversorgung aus dem Gebäude transportiert werden. Den Feuerwehrleuten von der Einheit Oberaden gelang es schließlich unter Atemschutz, den Brandort zu finden. Sie stieß in einem Flur im Kellerbereich an der ehemaligen Warenanlieferung für die Turmarkaden auf einen Raum, in dem es brannte und aus dem Rauch drang. Aber auch nachdem sie das Feuer dort mit Wasser gelöscht hatten, gab es noch weitere Rauchentwicklung. Die Feuerwehrleute fanden noch einen zweiten Kellerraum in der Nähe, in dem es ebenfalls brannte. Nach Angaben des Hausmeisters, der den Kellerbereich an der Warenannahme nach dem Löschen mit der Feuerwehr inspizierte, waren in dem Bereich des Kellers mehrere Türen aufgebrochen. In den beiden Räumen, in denen das Feuer ausbracht, lagen offenbar Papier und Unrat. Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen von Brandstiftung aus.
Einsatzschwerpunkt in der City

Der Feuerwehreinsatz ist nicht der erste in diesem Jahr in dem Komplex.

Anfang des Jahres musste die Feuerwehr nach einem Wasserrohrbruch in einer mehrstündigen Aktion weite Teile des Kellers leerpumpen.

Es kommt immer wieder zu Vandalismus und Brandstiftungen.

In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Kellerbrände in der Umgebung.

Alle Bewohner können in das Haus zurückkehren

Großbrand in der Bergkamener City © Michael Neumann
Die Feuerwehr evakuierte das Wohnhaus an er Töddinghauser Straße vorsorglich. Auch Bewohner mit klei ...
Die Feuerwehr stand auch, nachdem das Feuer gelöscht war, vor dem Problem, dass der Kellerkomplex noch stark verraucht war. Sie trieb den Rauch mit mehreren Lüftern aus dem Keller. Unter anderem kam dabei auch ein Wasserlüfter der Feuerwehr Kamen zum Einsatz. Die Einheit Rünthe verfügt über einen ähnlichen Lüfter.

Nach einer erneuten Einsatzbesprechung konnten die Bewohner des Mehrfamilienhauses gegen 9.30 Uhr in ihre Wohnungen zurück. Technikern der Stadtwerke war es gelungen, den Strom so zu schalten, dass das Haus mit Elektrizität. Heizung und warmem Wasser versorgt ist.

Stadtbrandmeister Dietmar Luft lobte die gute Zusammenarbeit mit allen Rettungskräften, die bei dem Großbrand in der City im Einsatz waren.

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