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Maßnahmen für die Barrierefreiheit

Holzwickedes Stolperfallen geht es an den Kragen

Von Anke Jacobi, 06.06.2018
Holzwickedes Stolperfallen geht es an den Kragen © Marcel Drawe
Der Behindertenparkplatz an der Kirchstraße wird in einen normalen umgewandelt.

Holzwickede.Die Politik hat sich im Sinne der Barrierefreiheit die Entschärfung problematischer Stellen in der Gemeindemitte vorgenommen. Aber auch der Verzicht auf einen Behindertenparkplatz ist beschlossene Sache.

Menschen mit Behinderung werden sich künftig leichter in der Emschergemeinde bewegen können. Zumindest wenn es nach dem Willen der Politiker im Planungs- und Bauausschuss geht. An sieben Stellen der Gemeindemitte nahmen sie die Stolperfallen unter die Lupe.

Volker Bünermann und Teresa Mönnikes vom Büro Bramey Bünermann Ingenieure hatten die Gemeindemitte zuvor nach den Stolperfallen durchkämmt und stellten die vorgeschlagenen Maßnahmen bei einer Begehung vor.

Beliebtes Ziel von Fußgängern ist der Emscherpark. Gerade mit Blick auf den zurzeit entstehenden Mehrgenerationen-Spielplatz sollen die nördlichen und südlichen Parkteile sozusagen näher zusammenrücken, indem sie barrierefrei zu erreichen sind. Dazu schlug das Ingenieurbüro vor, am Zebrastreifen vor dem Edeka nicht nur taktile Elemente für Sehbehinderte anzubringen, sondern auch das holprige Mosaikpflaster zum Teil durch ebeneres Betonsteinpflaster zu ersetzen. So soll ein etwa 2,50 Meter breiter, ebener Weg vom Zebrastreifen zu dem roten Pflaster vor dem Lebensmittelmarkt führen. Diesen Weg auch in Richtung Festplatz fortzusetzen, war Vorschlag der Politik. Doch wohl auch mit Blick auf die wiederaufgeflammte Kita-Standort-Diskussion schlug Roland Schüttfort (CDU) vor, dieses Thema im Zuge des Integrierten Stadtentwicklungs-Konzeptes (ISEK) zu erörtern.

Für Überraschung sorgte die nächste Station an der Kirchstraße. Der Behindertenparkplatz vor dem Mehrfamilienhaus sollte durch abgesenkte Bordsteine besser begehbar gemacht werden. Doch Winfried Hardung (CDU) wusste zu berichten, dass der Parkplatz einst auf Antrag eines Anwohners eingerichtet wurde, der mittlerweile aber verstorben sei. „Schild weg, Piktogramm weg, fertig“, schlug daraufhin Ausschuss-Vorsitzender Wilfried Brinkmann (BBL) vor. Sprach‘s und fand in der anschließenden Sitzung mit diesem Vorschlag Zustimmung – zumal ausreichend Behindertenparkplätze am Edeka zur Verfügung stehen.

Holzwickedes Stolperfallen geht es an den Kragen © Marcel Drawe
Auch den Übergang zum Zebrastreifen am Edeka nahm die Politik unter die Lupe.
Ebenso einig war sich die Politik, das Beet am Kreisel Kirchstraße/Hamburger Allee zu verkleinern. Bisher laufen Passanten vom Zebrastreifen direkt auf das Beet zu.

Taktile Elemente wird es an der Hamburger Allee in Höhe des Zugangs zu den Mehrfamilienhäusern geben. Dort sind Parkplätze hinter dem Bürgersteig ein Problem für sehbehinderte Menschen, die sich mit ihrem Stock an der inneren Bürgersteigkante orientieren. Rillen werden dort die Route weisen.

So unproblematisch ist die unklare Wegführung an der Ecke Goethestraße/Hamburger Allee nicht zu lösen. Dort führt der eigentliche Gehweg links um ein Baumbeet herum. Rechtsherum ist aber ein schmaler Streifen ebenfalls gepflastert. Der Vorschlag des Ingenieurbüros: Entweder das Beet verkleinern, um Platz für einen Gehweg in gerader Flucht zu schaffen oder es so verbreitern, dass es an die Straße grenzt. Die drei Bäume im Beet anzutasten, kam für die Politik nicht in Frage. Eine Verbreiterung bis zur Straße jedoch ebenso wenig. Denn die Befürchtung, dass Jugendliche dann auf die Straße ausweichen, steht im Raum. Und so bleibt es an dieser Stelle bei einer unklaren Wegführung.

Anders an der Allee am Fotostudio. Dort sollen künftig taktile Elemente auf den verspringenden Bürgersteig hinweisen.

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