Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Rat- und Bürgerhaus

Deshalb wird das Holzwickeder Rathaus so teuer

Von Yvonne Schütze-Fürst, 11.06.2018
Deshalb wird das Holzwickeder Rathaus so teuer © Vormbrock
Das historische Holzwickeder Rathaus soll einen Anbau bekommen. Foto: Archiv

Holzwickede. Mit dem nun gefassten Ratsbeschluss zum Rat- und Bürgerhaus können die Planer des Architekturbüros in die konkrete Planung eintreten. Nachdem die CDU sich nicht bereit erklärt hatte, den aktuellen Planungen und Kosteneinsparungen zuzustimmen, (wir berichteten), gibt die Verwaltung in Form einer Pressemitteilung eine Stellungnahme zur Kostenentwicklung ab.

Zur Erinnerung: Gesprochen wurde anfangs von einem ISEK-Projekt „Rat- und Bürgerhaus“ mit Kosten von acht bis neun Millionen Euro. Diese Summe umfasst nun allein den Eigenanteil der Gemeinde in Höhe von 8,5 Millionen Euro. Die Gesamtkosten liegen bei 19,5 Millionen Euro. Die Erklärung der Verwaltung ist lang. Das Projekt befinde sich noch in der Vorplanung. Erst in der Entwurfsplanung würden „die Kosten im Rahmen der sogenannten Kostenberechnung noch genauer gefasst werden können“, heißt es. Die Gesamtkosten in Höhe von 19,5 Millionen Euro sollen dabei nicht überschritten werden. „Erst dann wird in Verbindung mit einer fixen Kostenobergrenze für das Gesamtprojekt der endgültige Baubeschluss gefasst werden.“

19,5 Millionen Euro
Die Gesamtkosten umfassen sämtliche Kosten, die durch die Realisierung „Rat- und Bürgerhaus“ entstehen. Dazu gehören unter anderem die Kosten für die Vorbereitung des Baufelds inklusive dem Rückbau der Bestandsgebäude, die Baukosten für das Gebäude und die technische Ausstattung, die Einrichtungskosten, die Baunebenkosten und auch die Kosten für die abschließende Herstellung der Außenanlagen.

Aus den acht bis neun Millionen Euro wurden laut Verwaltung dann auf der Basis des Wettbewerbsentwurfes Gesamtkosten in Höhe von 14,7 Millionen Euro ermittelt. 10,7 Millionen davon entfielen auf die Baukosten für das Gebäude und auf die technische Ausstattung. Eine erste „qualifizierte Kostenschätzung“ des Architekturbüros habe dann im März die Grundlage für die „weitere Konkretisierung, aber auch für Änderungsmaßnahmen im weiteren Planungsprozess“ gebildet. Und da lagen allein die Baukosten und die technische Ausstattung bereits bei 13,5 Millionen Euro. Die Kostensteigerung liege an Mehrkosten für eine aufwendige Tiefgründung, Baupreisindex-Steigerungen sowie eine Vergrößerung der Technikflächen. Und um diese Mehrkosten zu kompensieren, seien die Sparvorschläge, die am Donnerstag im Rat abgestimmt wurden, erarbeitet worden. Die CDU stimmte wie berichtet dagegen.

Unterstützung der JU
Der CDU-Nachwuchs stützt die Mutterpartei, nachdem diese in der Sitzung des Gemeinderats dem Bauvorhaben Rat- und Bürgerhaus ihre Zustimmung versagt hatte. Die Junge Union habe großen Respekt vor der klaren Haltung der CDU-Ratsfraktion, was den Umfang und insbesondere die Kosten des Bauvorhabens betreffe, so ihr Vorsitzender Pascal Schoppol. So habe die CDU bereits im Vorfeld immer wieder eine realistische Kosten-Nutzen-Abwägung, Transparenz und eine verbindliche Kostenobergrenze gefordert. Wenn nun die Plankosten und das Gesamtkonzept deutlich von den ursprünglichen Vorstellungen abwichen, sei es absolut richtig, das Vorhaben in vorliegender Fassung in Frage zu stellen, so Schoppol weiter. „Schließlich ist das ‚Nein‘ der CDU nicht als Stimme gegen einen modernen Verwaltungsstandort und eine attraktive Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger im Sinne des ISEK, sondern vielmehr als ‚gelbe Karte‘ in Richtung der aktuellen Entwurfsfassung zu verstehen“, stellt Schoppol klar. Die CDU handele „wirtschaftlich sinnvoll, verantwortungsbewusst und komme damit letztlich dem Auftrag der Holzwickeder Bürger nach“, kommentiert JU-Vize René Winkler. „Einem Projekt in diesem Ausmaß kann man nicht zustimmen, sondern muss stattdessen kostengünstigere und zweckdienliche Alternativen prüfen“, so Winkler.

Kommentare


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.