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Fragen an die Bürgermeisterkandidaten – Teil 6

Wie die Kandidaten die Zukunft der Stadtteilbäder sehen

Von Carsten Fischer, 08.06.2018

Kamen. Im sechsten Teil der Serie zur Bürgermeisterwahl stellen wir die Positionen der Kandidaten Elke Kappen, Tanja Brückel und Jonas Büchel zu den Themen Bäder und Problem-Mietshäuser gegenüber.

Die drei Bürgermeisterkandidaten

Der Kamener Bürgermeister Hermann Hupe (SPD) hat im Oktober 2017 angekündigt, dass er zwei Jahre vor Ablauf der Amtsperiode, also bereits Ende Juli 2018, aus familiären und gesundheitlichen Gründen aus dem Amt scheiden will. Die Zeichen standen damit auf Neuwahlen, die von Landrat Michael Makiolla (SPD) auf 17. Juni 2018 festgesetzt wurden. Es gibt drei Bürgermeisterkandidaten: Am 17. Februar 2018 stellte ein Bündnis aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern die 43-jährige Tanja Brückel, ehrenamtliche Geschäftsführerin der Familieneinrichtung „Familienbande“ in Kamen und hauptamtliche Geschäftsführerin der Mütterzentren NRW in Düsseldorf, als Kandidatin auf. Die SPD Kamen nominierte am 8. März 2018 ebenfalls einstimmig die 54-jährige Elke Kappen, Erste Beigeordnete der Stadt Kamen. Der 52-jährige Sozial- und Kulturplaner Jonas Büchel sammelte über 200 Unterstützer-Unterschriften und tritt als parteiloser Einzelbewerber an. Alle drei Bewerber sind Diplom-Sozialarbeiter, schlugen aber verschiedene Berufswege ein.

Was unternehmen Sie als Bürgermeister/in gegen die Vernachlässigung großer Mietshäuser u.a. im Blumenviertel?

Im Notfall für unbewohnbar erklären
Elke Kappen (SPD): „Grundsätzlich liegt die Verantwortung für derartige Immobilien beim Eigentümer. Gleichwohl muss die Verwaltung gemeinsam mit der Politik nach Instrumenten suchen, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Ein Ankauf derartiger Immobilien ist für eine Kommune wie Kamen schon aus finanziellen Gründen keine Option. Im Notfall aber kann die Kommune Immobilien für unbewohnbar erklären. Für das angesprochene Quartier Blumenstraße liegt eine Studie vor, die mit der derzeitigen Sanierung und Erweiterung des Freizeitzentrums eine erste Umsetzung erfährt. Das Freizeitzentrum Lüner Höhe soll nicht nur zu einem zentralen Quartierstreffpunkt für die Menschen im Stadtteil werden. Die Maßnahme soll auch zur Verbesserung des Images im Wohnbereich Karl-Arnold-Straße/Blumenstraße beitragen.“

Auf ein sauberes Umfeld achten
Tanja Brückel (parteilos, für CDU, Grüne, FDP, Freie Wähler): „Zunächst würde ich versuchen, in einen konstruktiven Dialog mit den Eigentümern der Immobilien zu treten. Zeitgleich würde ich mich intensiv mit anderen Kommunen über Erfahrungen und den entsprechenden Einsatz von Rechtsinstrumenten beim Umgang mit verwahrlosten Immobilien bzw. ,Schrottimmobilien‘ austauschen. Ich würde weitere Fördermittel für die Quartiersentwicklung besorgen und Ideen für die Umgestaltung bzw. eine Verbesserung des Istzustandes mit den Betroffenen entwickeln. Vor allem sollte man damit beginnen, die städtischen Straßen, Wege und Grünflächen in diesem Viertel besonders zu pflegen und gerade hier auf ein sauberes städtisches Umfeld zu achten.“

Teilweise menschenunwürdiger Zustand
Jonas Büchel (parteilos): „Der teilweise menschenunwürdige Zustand einiger Gebäude, sogar einiger Quartiere (sowohl von Geschäfts- und Gewerberäumen, wie von Wohnraum) ist eigentlich nur beschämend. Die Menschen in den betroffenen Gebäuden und Gebieten brauchen schnelle Unterstützung und unsere direkte und volle Aufmerksamkeit. Dazu gehört eine klare Haltung von Seiten der Kommune in der Kommunikation mit den Investoren, bzw. den Besitzern und Besitzerinnen. Im Zentrum steht meine Forderung danach, Artikel 14 des Grundgesetzes – Eigentum verpflichtet – wieder einzufordern. Gleichzeitig müssen wir sofort die Finanzierung für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen einwerben. Zudem dürfen wir aber mittel- und langfristig auch über einen Rückkauf/Ankauf oder auch einen Rückbau und Neubau einiger Objekte denken.“Fotos: Milk

Brauchen Methler und Heeren-Werve noch eigene Stadtteilbäder, falls in Kamen-Mitte Neubaupläne für ein Ganzjahresbad realisiert werden?

Ausreichend Wasserflächen gewährleisten
Elke Kappen:„Ich werde mich im Rahmen der Planungen für eine neue Bäderlandschaft dafür einsetzen, dass die Voraussetzungen für Wassersport treibende Vereine in Kamen gut bleiben, heißt: Auch in Zukunft brauchen wir ausreichend Wasserflächen, die eine Nutzung durch Schulen, Vereine und öffentliche Besucher in vollem Umfang zulassen. Unter diese Maßgabe werden wir auch die Kleinschwimmhalle in Heeren im Blick behalten. Wie die Bäderlandschaft in Kamen künftig aussieht, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Wir haben hierbei die Chance, die Anforderungen, die der demografische Wandel und das geänderte Freizeitverhalten der Menschen mit sich bringen, zu berücksichtigen und uns mit unserem Bäderangebot optimal für die Zukunft aufzustellen.“

Kleinschwimmhalle in Heeren erhalten
Tanja Brückel: „Es gibt ein ausgeprägtes Gesundheits- und Freizeitverhalten insbesondere auch der älteren Generation. Schwimmgruppen dieser Klientel fühlen sich ,unter sich‘ sehr viel wohler als auf einer abgesperrten Bahn in einem großen Freizeitbereich. Ebenso Migrantinnen, Schwangere und Mütter mit Babys. Für Schulen gilt das Prinzip der kurzen Wege und auch die Schwimmvereine haben berechtigte Interessen. Vor diesem Hintergrund sollte die Kleinschwimmhalle in Heeren auch erhalten bleiben. Da aber die Bausubstanz dieser Kleinschwimmhalle abgängig ist, setze ich mich vor allem für den Erhalt des Standortes ein. In Methler ist der Pachtvertrag mit dem FLVW gekündigt, sodass es das Hallenbad Ende 2019 leider nicht mehr geben wird.“

Jeder Ort benötigt ein eigenes Bad
Jonas Büchel: „Grundsätzlich stehe ich auf dem Standpunkt, dass aus sozialen, entwicklungspsychologischen, gesundheitlichen, sportlichen und auch kulturellen Gründen jede Gemeinde einer Größenordnung wie Methler und Heeren-Werve ein eigenes Bad benötigt. Vor allem bestehende Einrichtungen dürfen nicht finanziellen Herausforderung zum Opfer fallen. Wir dürfen dabei nicht vergessen, wie stark solche Einrichtungen das nachbarschaftliche Miteinander fördern, jüngeren und älteren Menschen eine Teilhabe am Leben ermöglichen und die Identität einer Gemeinde stärken. Das bestehende Freibad in Kamen muss nicht weiter ausgebaut werden, oder ein neues Ganzjahresbad geschaffen werden. Finanzielle Einschränkung bedeutet, zu versuchen, das Bestehende, das Akzeptierte und das Gute zu schützen und zu erhalten.“

Alle bisher veröffentlichten Teile der Serie „Fragen an die Bürgermeisterkandidaten“

Teil 1: Welche drei konkreten Ziele nehmen Sie sich für die ersten 100 Tage Ihrer Amtszeit vor? Was möchten Sie als Bürgermeister/in für Radler und Autofahrer in Kamen tun?

Teil 2: Ist Ihre (fehlende) Mitgliedschaft in einer Partei für die Arbeit des Bürgermeisters hinderlich oder förderlich – und wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit mit dem Rat vor? Was möchten Sie als Bürgermeister/in für Kinder und Jugendliche in Kamen tun?

Teil 3: Was möchten Sie als Bürgermeister/in für Senioren tun? Wo sehen Sie bei den Stadtfinanzen noch Sparpotenzial, wo Spielraum und was ist für Sie tabu?

Teil 4: Braucht Kamen mehr bezahlbaren Wohnraum – sollten auf den ehemaligen Sportplätzen im Hemsack und auf dem Grundstück der ehemaligen Polizeikaserne in Südkamen solche Wohnungen gebaut werden? Was möchten Sie als Bürgermeister/in für den Sport in Kamen tun?

Teil 5: Wie stehen Sie zu Forderungen nach einem Kommunalwahlrecht für Kamener ohne deutsche Staatsangehörigkeit? Für viele Flüchtlinge zeichnet sich keine Rückkehr in die Heimat ab. Braucht die Stadt nach der Willkommenskultur eine Bleibekultur?

Wie die Kandidaten die Zukunft der Stadtteilbäder sehen © Stefan Milk
Bürgermeisterwahlkampf im Netz

Internetseite von Elke Kappen – www.elke-kappen.de

Internetseite von Tanja Brückel – www.fuer-kamen.de

Internetseite von Jonas Büchel – www.kamen-spricht.de

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