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Fragen an die Bürgermeisterkandidaten – Teil 8

Über ein offenes Rathaus und die Kulturvielfalt

Von Carsten Fischer, 11.06.2018
Über ein offenes Rathaus und die Kulturvielfalt © Stefan Milk
Das Kamener Rathaus. Foto: Archiv

Kamen. Im achten Teil der Serie zur Kamener Bürgermeisterwahl stellen wir die Positionen der Kandidaten Elke Kappen, Tanja Brückel und Jonas Büchel

zu den Themen „Bürgerservice im Rathaus“ und „Kultur und Vereine“ gegenüber: Was wollen die Bewerber für Kultur und Vereine tun?

Die drei Kandidaten

Der Kamener Bürgermeister Hermann Hupe (SPD) hat im Oktober 2017 angekündigt, dass er zwei Jahre vor Ablauf der Amtsperiode, also bereits Ende Juli 2018, aus familiären und gesundheitlichen Gründen aus dem Amt scheiden will. Die Zeichen standen damit auf Neuwahlen, die von Landrat Michael Makiolla (SPD) auf 17. Juni 2018 festgesetzt wurden. Es gibt drei Bürgermeisterkandidaten: Am 17. Februar 2018 stellte ein Bündnis aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern die 43-jährige Tanja Brückel, ehrenamtliche Geschäftsführerin der Familieneinrichtung „Familienbande“ in Kamen und hauptamtliche Geschäftsführerin der Mütterzentren NRW in Düsseldorf, als Kandidatin auf. Die SPD Kamen nominierte am 8. März 2018 ebenfalls einstimmig die 54-jährige Elke Kappen, Erste Beigeordnete der Stadt Kamen. Der 52-jährige Sozial- und Kulturplaner Jonas Büchel sammelte über 200 Unterstützer-Unterschriften und tritt als parteiloser Einzelbewerber an. Alle drei Bewerber sind Diplom-Sozialarbeiter, schlugen aber verschiedene Berufswege ein.

Wie gut oder schlecht finden Sie den Bürgerservice der Stadtverwaltung – und was würden Sie ändern?

Engagierter Einsatz, gute Organisation
Elke Kappen (SPD): „Der Bürgerservice ist die publikumsintensivste Anlaufstelle im Rathaus. Der direkte Kontakt ermöglicht es, viele Dinge und offene Fragen im persönlichen Gespräch zu klären. Entsprechend legen wir großen Wert darauf, den Bürgerinnen und Bürgern durch engagierten Einsatz und gute Organisation eine freundliche und zügige Bedienung ihrer Angelegenheiten zu gewährleisten. Auf der Homepage der Stadt kann man sich überdies schnell und unkompliziert einen Überblick über Dienstleistungen, Beratungsangebote, Ansprechpartner und Öffnungszeiten verschaffen. In vielen Bereichen ist es zudem selbstverständlich, zusätzliche Termine außerhalb der Öffnungszeiten anzubieten sowie die Menschen vor Ort aufzusuchen.“

Mehr Digitalisierung, aber bürgerfreundlicher
Tanja Brückel (parteilos, für CDU, Grüne, FDP, Freie Wähler): „Kommune gestalten heißt, den Blick zu öffnen für neue, innovative Lösungen. Im Zeitalter der Digitalisierung muss ein Bürgerservice im Sinne eines E-Governments neugedacht werden. Man muss zukünftig daran arbeiten, mit mehr Digitalisierung auf der einen Seite, noch bürgerfreundlicher und kundenorientierter im direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern zu werden. Das ist vor allem eine Frage der inneren Einstellung, Haltung und Kultur in einem modernen, offenen Rathaus. Ein Leitbild, professionelles Coaching und eine gute Führung können helfen, diese Ziele im Sinne der Kundenorientierung zu erreichen.“

Schneller auf Anfragen reagieren
Jonas Büchel (parteilos): „Der allgemeine Bürgerservice der Stadt Kamen ist gut. Gerade aus eigenen Erfahrungen in den letzten Monaten (vor Bekanntwerden meiner Kandidatur) habe ich das positiv erlebt. Aber es gibt einen Nachholbedarf im Umgang mit Bürgeranfragen, besonders dann, wenn es um die Aufarbeitung von Problemen geht. An diesen Punkten müssen wir alle, auch die Bürgerschaft, lernen, offener und positiver miteinander umzugehen. Das bedeutet schneller auf Anfragen zu reagieren (das muss nicht immer direkt endgültige Entscheidungen beinhalten) und auf die Menschen in den Fragen zuzugehen. Moderne Verwaltungen laden die Menschen ein, sich aktiv mit einzubringen. Die Stadt ist unser aller Stadt. Das muss spürbar werden.“

Was möchten Sie als Bürgermeister für Kultur und Vereine tun?

Programm zieht Besucher von nah und fern
Elke Kappen (SPD): „Das kulturelle Leben prägt nicht nur eine Stadt und Gesellschaft, es ist auch ein unverzichtbarer Wert für die Bürgerinnen und Bürger. Kamens Kultur ist kreativ, vielfältig, spannend und von hoher Qualität. Ob Konzerte, Jazzfrühschoppen, Theater, Kabarett, Summerlife, Lesungen, Vorträge, Stadtfeste, Winterwelt, Drachenfestival oder Hansemarkt – unser Kultur- und Freizeitprogramm zieht Besucher von nah und fern in die Konzertaula, ins Haus der Stadtgeschichte, die Stadthalle, die Stadtbücherei oder auf die Plätze. Zudem bereichern Künstler und Künstlergruppen, Kirchen- und Religionsgemeinschaften, Vereine, Verbände und unzählige engagierte Bürgerinnen und Bürger die Kulturlandschaft.“

Wichtige Beiträge für Projekte vor Ort
Tanja Brückel (parteilos, für CDU, Grüne, FDP, Freie Wähler): „Kultur und Vereine sind extrem wichtig für ein lebens- und liebenswertes Kamen. In der gegenwärtigen Diskussion um eine dringend erforderliche Attraktivierung der Innenstadt bzw. der Ortsteile, können gerade kulturell Engagierte, Initiativen und Vereine einen wichtigen Beitrag für Ideen und Projekte vor Ort leisten. Menschen, die sich kulturell bzw. in Vereinen engagieren, tun dies zumeist ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Alle hier tätigen Bürgerinnen und Bürger fördern somit das Gemeinwohl zur Erreichung gemeinsamer Ziele. Im Gegensatz zur hoheitlichen handelnden Verwaltung nehmen hier die Bürger etwas selbst in die Hand. Das bürgerschaftliche Engagement hat in Kamen viele Gesichter und Bürgermeister, Politik und Verwaltung müssen es nach Kräften fördern und unterstützen.“

Kultur als treibende Kraft
Jonas Büchel (parteilos): „Wir haben viele verschiedene Nachbarschaften und viele verschiedene Kulturen in Kamen, haben unterschiedliche Glaubensvorstellungen, leben unsere persönlichen Vorstellungen eines Lebens und können damit die Stadt als Ganzes aktiv weiterentwickeln. Diese, in den Kulturen und den unterschiedlichen Lebensstilen liegenden Potenziale, sind ein Schlüssel zu einer zukünftig erfolgreicheren Stadt. Die Geschichten, die all die Menschen mitbringen, sind der Motor, der Kamen einen noch lebendigeren Charakter verleihen kann. Deswegen werde ich vor allem die Kulturarbeit, die kulturelle Erwachsenenbildung und die Vereinswelt in all ihrer Vielfalt stark unterstützen. Kultur und Zivilgesellschaft werden so die wesentliche und treibende Kraft.“

Alle bisher veröffentlichten Teile der Serie „Fragen an die Bürgermeisterkandidaten“

Teil 1: Welche drei konkreten Ziele nehmen Sie sich für die ersten 100 Tage Ihrer Amtszeit vor? Was möchten Sie als Bürgermeister/in für Radler und Autofahrer in Kamen tun?

Teil 2: Ist Ihre (fehlende) Mitgliedschaft in einer Partei für die Arbeit des Bürgermeisters hinderlich oder förderlich – und wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit mit dem Rat vor? Was möchten Sie als Bürgermeister/in für Kinder und Jugendliche in Kamen tun?

Teil 3: Was möchten Sie als Bürgermeister/in für Senioren tun? Wo sehen Sie bei den Stadtfinanzen noch Sparpotenzial, wo Spielraum und was ist für Sie tabu?

Teil 4: Braucht Kamen mehr bezahlbaren Wohnraum – sollten auf den ehemaligen Sportplätzen im Hemsack und auf dem Grundstück der ehemaligen Polizeikaserne in Südkamen solche Wohnungen gebaut werden? Was möchten Sie als Bürgermeister/in für den Sport in Kamen tun?

Teil 5: Wie stehen Sie zu Forderungen nach einem Kommunalwahlrecht für Kamener ohne deutsche Staatsangehörigkeit? Für viele Flüchtlinge zeichnet sich keine Rückkehr in die Heimat ab. Braucht die Stadt nach der Willkommenskultur eine Bleibekultur?

Teil 6: Was unternehmen Sie als Bürgermeister/in gegen die Vernachlässigung großer Mietshäuser u.a. im Blumenviertel? Brauchen Methler und Heeren-Werve noch eigene Stadtteilbäder, falls in Kamen-Mitte Neubaupläne für ein Ganzjahresbad realisiert werden?

Teil 7: Muss der Kamener Marktplatz saniert werden, weil er aus den Fugen geraten ist? Wie erklären Sie, dass Kamen viele kaputte Straßen hat, sich aber an der Seseke einen neuen Park zulegt?

Über ein offenes Rathaus und die Kulturvielfalt © Stefan Milk
Bürgermeisterwahlkampf im Netz

Internetseite von Elke Kappen – www.elke-kappen.de

Internetseite von Tanja Brückel – www.fuer-kamen.de

Internetseite von Jonas Büchel – www.kamen-spricht.de

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