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Erweiterungsbau für die Gesamtschule

Das fliegende Klassenzimmer spielt in Menden

Von Gabriele Hoffmann, 12.06.2018
Das fliegende Klassenzimmer spielt in Menden © Hoffmann
Am Haken hängen die Module, aus denen Haus III der Gesamtschule Menden errichtet wird.

Nicht nur ein Klassenzimmer fliegt in diesen Tagen über der Stadt, genauer gesagt über der Gesamtschule durch die Luft. Es sind ganze Raummodule, die fertig montiert an einem Kran in der Luft hängen und passgenau zum Anbau für die Oberstufe zusammengesetzt werden. Die künftigen Abiturienten können nach den Ferien in ihr neues Haus einziehen.

Das Untergeschoss am Hang ist in herkömmlicher Betonbauweise erstellt. Darauf werden nun drei weitere Etagen gesetzt aus insgesamt 36 einzelnen Modulen. Auf diese Weise wird Raum geschaffen für je einen Kunst- und Musikraum, 15 Klassenräume, drei Ruheräume, ein Schülercafé und die Schulverwaltung. Insgesamt entsteht neuer Nutzraum von rund 2400 Quadratmetern. Der wird für die Oberstufe benötigt. Die Gesamtschule steuert seit der Gründung 2012 nun auf das erste Abitur zu und hat längst mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler.

Diese Erweiterung der Gesamtschule ist gleichzeitig eine Premiere für die Stadt Menden. Denn noch nie wurde ein öffentliches Gebäude auf diese Weise – sozusagen aus dem Baukasten – errichtet. Und bis auf die Kostensteigerung läuft bisher alles wie am Schnürchen planmäßig.

Freitag steht der Rohbau
Am Dienstagmorgen wurden die ersten beiden Module geliefert und auf die Betonplatte des Erdgeschosses gestellt. Eine gute halbe Stunde benötigten die Arbeiter dafür, dann mit der Routine ging es bei den folgenden Modulen sogar noch etwas schneller. Bis zu zehn Module waren für den ersten Tag geplant. Bis Freitag soll der komplette Rohbau stehen, ist Britta Schnabel vom Mendener Immobilienservice (ISM) zuversichtlich. Danach bleiben zwei Monate Zeit für den Innenausbau. Außerdem werden noch Fenster eingebaut und die Außenwände verputzt.

Die Module werden von der Firma Alho in Friesenhagen aktuell produziert und quasi vom Fließband per Schwertransport nachts Richtung Menden gefahren. An der Gesamtschulbaustelle steht ein Kran bereit, der die Module an dicken Ketten vom Tieflader hebt und durch die Luft schwebend auf den Baukörper setzt. Das ist Millimeterarbeit. Die Bauarbeiter rufen sich die knappen Anweisungen zu, korrigieren per Hand die richtige Stellung des Moduls in der Einflugschneise. Dann senkt sich das gut 20 Tonnen schwere Bauteil herunter. Ein echtes Schauspiel. Die Module sind Stahlrahmenkonstruktionen. Der Ausbau erfolgt mit Gipskartonplatten.

Die ersten Klassen können nach den Sommerferien bereits einziehen. Im September ist der Anbau – Haus III – endgültig fertig.

Dass dieses Projekt so reibungslos klappt, schreibt ISM-Chefin Ulrike Schriever erleichtert dem guten Zusammenspiel aller Beteiligten zu. Insbesondere die Firmen Krutmann und Alho hätten sich bestens aufeinander abgestimmt. Den Schulanbau bezeichnet Schriever als große Herausforderung auch für die Verwaltung und den ISM. In Zeiten des Baubooms und voller Auftragsbücher war es nicht einfach, Unternehmen zu finden, zumal auch die Zeit drängte. Deshalb musste die Stadt auch mehr Geld ausgeben. Die Baukosten summieren sich schließlich auf 5,5 Millionen. Das Projekt wird allerdings aus dem Topf „Schule 2020“ gefördert.

Vor der Entscheidung hatte man sich in anderen Städten ähnliche Projekte angesehen. Diese Modulbauweise wird immer häufiger für schnelle Bauprojekte angewendet. Außerdem, so Schriever zeichnen sich solche Gebäude durch eine gute Akustik und ein gutes Raumklima aus.

Inhaltlich ist die Gesamtschule längst auf die gymnasiale Oberstufe eingestellt. Eine Projektgruppe hatte bereits im vergangenen Jahr mit der konzeptionellen Planung begonnen.

Dritte Fremdsprache
Die beiden Schwerpunkte im Lehrplan werden Sprache und Naturwissenschaften sein. Mit Italienisch als dritter Fremdsprache habe die Gesamtschule ein Alleinstellungsmerkmal. Bei den Naturwissenschaften steht die Physik im Vordergrund.

Anfangs soll es noch Klassen geben. Schulleiter Ralf Goldschmidt nannte es einmal das „Wir-Gefühl“, was die Mendener Gesamtschule lebt und auf dem Stundenplan hat. Und das soll auch in dem neuen Haus der Oberstufe spürbar sein. Das neue Oberstufen-Café können die Schüler selbst organisieren.

Die Sommerferien 2018 enden am 28. August. Dann beginn an der Gesamtschule eine neue Ära.

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