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Fußball-Aufstiegsspiel

Im Spiel der Emotionen fallen keine Treffer

Von Thorsten Teimann, 08.06.2018
Im Spiel der Emotionen fallen keine Treffer © Teimann
Alle Mühen waren vergebens: Der TSC Kamen trennte sich im ersten Aufstiegsspiel „nur“ 0:0 von Aleman ...

Kamen. Der TSC Kamen holte gestern im ersten von zwei Aufstiegsspielen gegen Alemannia Scharnhorst vor immerhin 1.300 Zuschauern „nur“ ein torloses Remis. Am Sonntag kommt es somit in Scharnhorst (15 Uhr) zu einem echten Aufstiegs-Finale. Nur der Sieger steigt in die Bezirksliga auf.

Aufstiegsspiel zur Bezirksliga: TSC Kamen - Alemannia Scharnhorst 0:0. Gestern waren an der Gutenbergstraße vor allem Emotionen im Spiel. Bezirksliga-Aufsteiger IG Bönen hatte dem TSC Kamen eigens Aufwärmshirts mit dem Konterfei des verstorbenen Fatih Dündar mit der Nummer 8 geschenkt. Orhan Dündar umarmte jeden TSC-Spieler nochmals vor dem Anpfiff. Nach der Schweigeminute mit anschließendem Applaus lief Fatihs Bruder Okay selbst mit der „Acht“ im Spiel auf. Eine letzte Ehre. „Mein Bruder fehlt mir so sehr“, erklärte er mit zittriger Stimme.

Im Match selbst bot der TSC Kamen zudem wieder seine Kreativkräfte Tutku Tekkanat und Ahmet Keske auf, die im ersten Aufstiegsspiel gegen die IG Bönen verletzt ausgewechselt werden musste. Der TSC-Physio hatte sie auf den Punkt genau wieder fit bekommen und spulte nach Anpfiff sogleich am Spielfeldrand mit Toptorjäger Engin Duman das Reha-Programm ab. Duman kam aber auch diesmal nicht zum Einsatz.

Beiden Teams war die Nervosität anzumerken, sodass sich die einzigen beiden Chancen erst kurz vor der Pause boten. Eine davon hatte ausgerechnet Okay Dündar.

Im zweiten Abschnitt machte der TSC mehr Dampf, aber auch Scharnhorst blieb gefährlich. Wieder erst kurz vor Schluss aber bot sich den Scharnhorstern durch Christian Schulze und Halil Akarsu die Möglichkeit zum Siegtreffer. TSC-Schlussmann Tuna Oeztürk war aber gewohnt flink in seinen Reaktionen und behielt seine Mannschaft im Spiel, die nach Abpfiff schon ein wenig enttäuscht das Feld verließ.

Einzig Kenan Özkan war gestern der einzige TSC-Spieler, der sich freuen durfte: Hinter ihm lag zwar eine schlaflose Nacht, aber Ehefrau Meliha brachte ihren gemeinsamen Sohn Seyyid zur Welt. Schicksal des Lebens: In dem gleichen Krankenhaus, in dem Teamkollege Fatih Dündar erst vor einer Woche verstorben war.

Statistik:

TSC Kamen: Oeztürk - Celik (86. Gider), C. Duman, Kempe, Keske, O. Dündar, Tekkanat, Özkan, Yilmaz, Schnura, Bahcekapili

A. Scharnhorst: Costa - Langenbach, Tuktuganov, Kasper, Galonska, Güngor (85. Ekim), Schulze, Wedemann, Akarsu (90. Ibrahimovic), Lupp (81. Burkert), Bergner

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 1.300

„Mein Bruder fehlt mir sehr“

Okay Dündar, Bruder des verstorbenen Fatih: „Mein Bruder hat mir gefehlt, das habe ich auf dem Feld auch so richtig gespürt. Und das tut weh. Aber wir wollen für ihn unbedingt den Aufstieg in die Bezirksliga. Das ist sein Wunsch und den wollen wir ihm immer noch erfüllen.“

Tuncay Sönmez, Trainer des TSC Kamen: „Für die aktuellen Umstände, unter den wir spielen müssen, war das heute schon gut. Ich muss mich bei den Spielern bedanken. Scharnhorst hat von Beginn an die Zweikämpfe gesucht. Das wird Sonntag nicht einfacher.“

Marcus Wedemann, Trainer Alemannia Scharnhorst: „Ein für uns gutes Remis vor einer beeindruckenden Kulisse. Das Positive heute ist, dass wir noch ein Heimspiel haben - vor einer annähernd so großen Kulisse in Dortmund. Ich hoffe, dass uns die Dortmunder Vereine unterstützen.“

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