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Post in Unna

Brief geöffnet, kaputt und zehn Tage unterwegs

Von Thomas Raulf, 16.04.2018
Brief geöffnet, kaputt und zehn Tage unterwegs
Was ist mit diesem Brief passiert, sodass die Post ihn in Folie sichern musste? Es bleibt ein Rätsel ...

Unna. Ein Brief von einer Versicherung wirft einige Fragen auf. Auch die Post rätselt über die Sendung, kann auffällige Personalwechsel aber erklären.

Ein Brief, viel zu lange unterwegs und stark beschädigt, weckt den Verdacht, dass wieder oder noch einiges im Argen liegt bei der Post in Unna. Was wo mit der Sendung passiert ist, lässt sich nicht mehr herausfinden. Im Großen und Ganzen aber funktioniere die Zustellung in Unna laut Einschätzung der Post.

„Die Sendung wurde leider beschädigt...“ – in einer Kunststoffhülle mit dieser Aufschrift erhielt ein Anwohner des Ginsterwegs in Unna nun einen Brief von der Provinzial-Versicherung. Der Umschlag ist an einer Seite aufgerissen, an zwei Ecken zerfleddert und erweckt den Eindruck, als wäre er auf seiner Reise mindestens einmal nass geworden. Diese Reise dauerte ungewöhnlich lange für einen Standardbrief: zehn Werktage. Im Kuvert steckte ein Standardschreiben über eine demnächst fällige Versicherungsprämie. Es fehlte nichts.

Nachdem es in den vergangenen Wochen wie berichtet mehrfach zu nicht zugestellten oder offenbar in krimineller Absicht geöffneten Postsendungen gekommen war, sah sich der Adressat vom Ginsterweg veranlasst, über den Vorfall zu berichten. Die Zustellung funktioniere schon seit geraumer Zeit nicht mehr so reibungslos wie früher, sagt der Unnaer. Ein langjähriger Zusteller sei nicht mehr im Dienst für den Ginsterweg, das Personal wechsele ständig, und mit dem früheren Postboten sei auch die Zuverlässigkeit gegangen. Deutlich erkennbar sei das für seinen Haushalt unter anderem daran, dass er die Werbesendung „Einkauf aktuell“ –  ein wöchentliches Produkt der Post – nur etwa einmal alle sechs Wochen erhalte.

Was dem Versicherungsbrief wann, wo und mit welcher Absicht passiert ist, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Die Post-Pressestelle kann dazu nur das grundsätzliche Vorgehen erläutern und erklärt, solche Klarsichthüllen würden im Briefzentrum oder auch im Stützpunkt der Zusteller verwendet. Beschädigte Briefe kämen hinein, um ihren Inhalt zu sichern und zu verhindern, dass sie noch mehr Schaden nehmen.

Dass am Ginsterweg das Personal öfter wechselt, könne er allerdings bestätigen, sagt Postsprecher Rainer Ernzer. Die Straße sei Teil eines „Aufteilbezirks“: Bei einem personellen Engpass werde dieser Bezirk unter mehreren Zustellern aufgeteilt. Die Gesichter könnten dann ebenso variieren wie die Uhrzeiten der Zustellung. Die Personalsituation sei zuletzt „anspruchsvoll“ gewesen, so Ernzer. Meldungen über Probleme oder verlorene Sendungen habe es aber nicht gegeben. „Einkauf aktuell“ sei eine Ausnahme: Bei Personalengpässen setze die Post Prioritäten. Und diese Werbesendung würde dann in vielen Fällen nicht zugestellt.

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