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Kanalsanierung in Unna

Sperrung: Kran hebt Kanalrohr in die Feldstraße in Unna

Von Anna Gemünd, 11.04.2018
Sperrung: Kran hebt Kanalrohr in die Feldstraße in Unna © Anna Gemünd
Mit einem Kran wird das Kunststoffrohr in die Feldstraße gehoben. Foto: Gemünd

Unna. Die Kanalsanierung in Unnas Süden geht weiter. An der Feldstraße steht am Mittwochmorgen ein großer Kran.

Mitten auf dem Schlauch. Ausgerechnet mitten auf dem Heizschlauch parkt der große Kranwagen. Kurzzeitig wird es hektisch an der Feldstraße; die Bauarbeiter dirigieren den Kranwagenfahrer, bis er richtig steht. Auf der rechten Fahrspur, vor der Schachtöffnung zum Kanal. Neben dem Schlauch.

Der letzte Schlauch, der im Zuge der Kanalsanierung Unna West I verlegt wird, hat es in sich: 90 Zentimeter Durchmesser misst er. Wie alle Schläuche in dieser Sanierungsmaßnahme wird er mit Harz getränkt und anschließend in das Altrohr eingezogen. Über drei Tonnen wiegt er in diesem Zustand. Bei so viel Gewicht reicht Muskelkraft nicht mehr aus, um den Schlauch aus dem Wagen in den Schacht zu ziehen.

Aus diesem Grund steht am Mittwochmittag ein großer Kran an der Feldstraße. Er zieht den Schlauch Stück für Stück aus dem Kühlwagen, in dem er gelagert wird. „In dem Wagen herrschen minus 20 Grad, damit die Aushärtung noch nicht beginnt“, erklärt Thomas Matter von den Stadtbetrieben. Denn anders als die bisherigen Schläuche, die vor allem in der Gartenvorstadt verlegt wurden, kann dieser Schlauch nicht vor Ort auf einem Spezialfahrzeug mit Harz getränkt werden. „Dafür ist er zu groß. Das Harzen passiert in einer Fabrik und dann wird der Schlauch so lange in dem Kühlwagen gelagert, bis er eingezogen werden kann“, sagt Matter. Der chemische Prozess des Aushärtens, der den Schlauch zum Rohr werden lässt, wird durch Wärme in Gang gesetzt – daher die Abkühlung auf minus 20 Grad, damit der Schlauch erst zum Rohr wird, wenn er an Ort und Stelle liegt.

Als der Kranwagen um kurz nach elf am Mittwochmorgen eintrifft, öffnen die Bauarbeiter die Tür des Kühlwagens. Dampf entweicht, dazu ein süßlicher, leicht unangenehmer Geruch. Während die einen den Kranwagen von dem Heizschlauch dirigieren, auf dem er zunächst geparkt hat, bereiten die anderen Mitarbeiter den Schlauch vor. Mit Spanngurten wird er an dem großen Karabiner befestigt, der am Ende des langen Kranarmes hängt. Meter für Meter zieht der Kran so den Schlauch aus dem Wagen. Immer mehr weißer Kunststoff verschwindet in dem Kanalschacht. 40 Meter Schlauch müssen auf diese Weise in das Altrohr gezogen werden.

Zwei Stunden später ist dann die Heizung dran - jener Schlauch, auf dem der Kranwagen zunächst aus Versehen parkte. „Es befindet sich jetzt Wasser in dem Schlauch, das wir mit diesen Heizschläuchen auf 70 Grad Celsius im Durchschnitt erhitzen“, erklärt Matter, „bei dieser Temperatur härtet der Kunststoff aus und aus dem Schlauch wird ein stabiles Rohr.“

Für die Dauer des Heizvorgangs bleibt der Heizwagen auf der rechten Fahrspur der Feldstraße Richtung Unna stehen. Auch am Montag wird die Spur noch gesperrt sein, denn dann wird die Schachtöffnung wieder zurückgebaut, durch die der Schlauch in den Kanal gezogen wurde. Die Schlaucheinziehung mit dem Kran ist die letzte Maßnahme des Projektes „Kanalsanierung Unna West I“.

Die Kanalsanierung Unna-West I

Im Rahmen der regelmäßigen Überprüfung der Kanäle wurden 2016 die Kanäle in Unna-West kontrolliert. Dabei wurden Schäden entdeckt. 2017 begannen die Stadtbetriebe daraufhin, die Schäden der höchsten Sanierungsdringlichkeit zu beseitigen. Undichte Rohrverbindungen und Rissbildungen wurden so saniert. Im ersten Bauabschnitt wurden über 2.600 Meter Kanäle mit dem Inlinerverfahren sowie die zugehörigen Schächte saniert. .In den nächsten Wochen folgen weitere Arbeiten. Dabei handelt es sich allerdings um kleine Reparaturmaßnahmen, bei denen kein komplett neues Rohr eingezogen wird. Vielmehr wird nur punktuell ein entdeckter Schaden behoben. Deswegen werden in den nächsten Wochen erneut Fahrzeuge der Kanalsanierungsfirmen und der Stadtbetriebe vor allem in der Gartenvorstadt zu sehen sein.

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