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Filmkunst

Tom, der Filme-Erfinder aus Unna

14.04.2018
Tom, der Filme-Erfinder aus Unna
Hobby-Filmer Tom Schneider richtet die Beleuchtung für seinen Film aus. Als Amateurfilmer hat er sic ...

Viele Menschen sind am Filmen interessiert und wollen auch Filme machen. Ein Amateurfilmer erzählt, wie er angefangen hat, Streifen zu drehen.

Mit bombastischen Effekten, fantastischer Musik und Geschichten, die unter die Haut gehen, überzeugen Hollywood-Regisseure immer wieder aufs Neue. Es ist der Traum von vielen, auch einmal sein Werk auf der großen Leinwand zu sehen, ob vor oder hinter der Kamera. Aber Filme zu machen, kostet Unmengen an Geld, Erfahrung und Zeit. Außerdem muss man sowieso Film studiert haben oder auf einer Schauspielschule gewesen sein, um etwas Vernünftiges zu erschaffen, oder? Falsch. Auch ein Steven Spielberg, Quentin Tarantino oder George Lucas hat man ganz klein angefangen, ohne Millionenbudget und jahrelange Erfahrung. Und heutzutage ist das Filmemachen einfacher als je zuvor. Das Einzige, was man braucht, sind eine Kamera und eine Idee – und schon kann es losgehen. Und sei es nur ein kurzer Sketch, aufgenommen mit dem Handy, jeder Anfang ist ein Anfang.

Die Zahl der Hobby-Filmer und das Interesse am Film steigen stetig. Aber was motiviert junge Menschen anzufangen und Filme zu drehen? Tom Schneider, 16, ist selber Hobby-Filmer und lieferte einen Erfahrungsbericht über seinen Beginn als Filmemacher. Seit einiger Zeit dreht er Kurzfilme mit seinen Freunden. Was ihn daran reizt und wie er angefangen hat, hat er uns erzählt.

Was findest du spannend an Filmen?

Was mir an Filmen Spaß macht und was auch sehr spannend ist, ist die Produktion. Die Menge an Kreativität, die hinter einer Filmproduktion steckt, ist einfach überwältigend, auch wenn der Zuschauer es meistens gar nicht bemerkt. So etwas wie Spezialeffekte oder Kameraführung sind Dinge, die man als Filmschauer einfach so hinnimmt. Für Filmemacher sind sie aber mit viel Aufwand und kreativer Leistung verbunden. Und das macht einfach Spaß.

Wieso hast du mit dem Filmen angefangen?

Dahinter verbirgt sich eine tolle Geschichte. Es hat damit angefangen, dass ich mir mit neun Jahren eine Kamera geschnappt habe und einen kurzen Film gedreht habe. Ich nannte ihn „Tom, der Erfinder“. Im Nachhinein war der Film ziemlich peinlich, aber was anderes hätte ich auch nicht erwartet. Ein paar Jahre später dann hat ein Freund den Film wiedergefunden und ihn allen meinen Freunden gezeigt. Logischerweise war ich nicht glücklich damit, aber ich habe es zum Anlass genommen, diesen Film neu aufzusetzen. Das war der Moment, an dem mich die Faszination für den Film gepackt hat. Ich hab selber beigebracht, wie man einen Film dreht, und habe es dann auch gemacht.

Wie hast du dir selbst das Filmemachen beigebracht?

Ganz einfach: Internet! Ich habe alle möglichen Videos über Kinematografie und Filme machen verschlungen und haufenweise Artikel gelesen. Es ist ganz einfach für jeden, sich Sachen über das Internet beizubringen, besonders Filme machen. Außerdem habe ich mir Filme angeguckt, um von echten Regisseuren zu lernen. Man lernt natürlich auch durch Erfahrung. Ich als Anfänger habe noch wenig Erfahrung, aber das kann sich ja noch ändern.

Als Amateur hat man kein großes Budget. Wie dreht man trotzdem gute Filme?

Geld bestimmt nicht die Qualität eines Filmes. Natürlich kann man mit mehreren Millionen Euro mehr machen als ohne Geld, aber im Endeffekt entscheidet die Geschichte und wie sie rübergebracht wird, über die Qualität. Außerdem brauche ich auch kein Geld, um Filme zu produzieren. Es gibt immer Freunde oder Familie, die bereit sind, zu helfen. Eine Kamera hat man zuhause und Requisiten findet man im Keller oder im Ein-Euro-Laden. Also kann man auch gute Filme machen, ohne viel Geld auszugeben.

Die Produktion eines Filmes kann in fünf Phasen unterteilt werden: die Projektentwicklung, die Vorproduktion, die Dreharbeiten, die Postproduktion und die Filmverwertung.

Jeder Film beginnt als Idee im Kopf eines Filmemachers. Diese Idee wird niedergeschrieben in Form eines Drehbuchs. Dies ist der erste Schritt der Projektentwicklung. Im Drehbuch steht alles, was im Film passiert und gesagt wird, unterteilt in verschiedene Szenen. Es ist das Fundament eines jeden Films. Außerdem werden vorab auch die Kosten des Films und die Finanzierung bestimmt.

Allerdings reicht ein Drehbuch nicht aus, um einen Film zu drehen, wenn es nichts gibt, was man vor die Kamera stellen kann. Nun kommt die Vorproduktion. Der Filmstab, also alle Mitarbeiter des Films, und Schauspieler werden engagiert und Drehorte werden ausgewählt. Alles wird vorbereitet auf den eigentlichen Dreh.

Der Dreh ist die wichtigste Phase, denn ohne Dreh kein Film. Hier werden alle eigentlichen Filmaufnahmen gemacht und der Film entsteht. Die Dreharbeiten sind auch der kostenintensivste Teil einer Filmproduktion, da nicht nur die Gagen der Schauspieler, sondern auch Kosten für den Drehstab und die Drehorte gedeckt werden müssen.

Wenn alles abgedreht ist, folgt die Postproduktion. Dazu zählt vor allem der Schnitt, aber auch die digitale Nachbearbeitung des Films, durch CGI (Computer Generated Imagery) und visuelle Effekte. Und nicht nur der Schnitt, sondern auch das Sounddesign findet in dieser Phase statt. Dazu gehören Sound-Effekt, also die Aufnahme von Geräuschen für den Film, Tonmischung und Filmmusik.

Nach der Postproduktion muss der fertige Film nur noch in die Kinos gebracht werden. Wann das passiert, wird in der Filmverwertung entschieden. Meistens werden Veröffentlichungszeiträume konkurrierender Filmproduktionen und überregionale Ereignisse wie Fußball-Weltmeisterschaften gemieden. Eher werden Ferientermine um Ostern und Weihnachten gewählt, da diese als umsatzstärker gelten. In dieser letzten Phase des Films wird auch die Vermarktung, welche schon während der Postproduktion anläuft, vorangetrieben. Wenn all diese Schritte abgeschlossen wurden, kann der fertige Film veröffentlicht werden und in den Kinos laufen.

Der Film im Kreis Unna

Die Unnaer Filmindustrie ist auch weit über die Stadtgrenzen bekannt. Schon so einige bekannte Filmemacher kommen aus der Kreisstadt. Da gibt es unter anderem Peter Thorwarth. Der gebürtige Dortmunder wuchs in Unna auf und ist verantwortlich für mehrere Spielfilme wie „Bang Boom Bang“, „Was nicht passt, wird passend gemacht“ und „Nicht mein Tag“. Auch Felix Maxim Eller kommt aus Unna. Er ist 25 Jahre alt und filmte schon mehrere, mit Preisen ausgezeichnete Filme. Auch bei mehreren Filmfestivals überzeugte Eller die Jurys. Seine Filme liefen unter anderem beim „Berlin Independent Film Festival“ und dem „Max Ophüls Preis“. Der neueste Film des Filmnewcomers, „All Eyes on You“, soll sogar in den USA ausgestrahlt werden.

Chancen für Nachwuchs
Sowohl Eller als auch Thorwarth sind außerdem am in Unna stattfindenden Christian-Tasche-Filmpreis beteiligt. Der nach dem bekannten Schauspieler benannte Filmpreis findet seit fünf Jahren in Unna statt und ist eine Möglichkeit für junge Filmemacher ihre Filme vor ein größeres Publikum zu bringen. Außerdem winken Preisgelder von bis zu 3500 Euro für den Gewinner. Dieser wird von einer Jury, mit berühmten Unnaern, wie zum Beispiel Sönke Möhring oder Stefan Jürgens, entschieden. Im Rahmen des Filmpreises werden außerdem Workshops angeboten, in denen Nachwuchsfilmkünstler einen Kurzfilm drehen können. Diese Workshops werden von Julian „Julez“ Weissbach geleitet, der unter anderem für seinen Youtube-Kanal „Snoozzze“ mit Joyce Ilg und Luke Mockridge bekannt ist. Am Ende des Jahres können junge Filmmacher/innen erneut ihre Bewegtbilder einsenden; Ein konkreter Termin steht allerdings noch nicht fest.

Filmförderung in NRW
Eine weitere Option für Filmemacher aus der Gegend ist, unter anderem, die Film- und Medienstiftung NRW. Sie fördert unter anderem große Kinoproduktionen, wie auch Low-Budget-Filme. Mit jährlich mehr als 30 Mio. Euro Fördervolumen macht es die Film- und Medienstiftung NRW zu einer der finanzstärksten Länderfilmförderungen Europas. Schon allein in diesem Jahr förderte die Stiftung Low-Budget- und Kinoproduktionen mit über 11 Mio. Euro. Projekte werden in allen Bereichen der Produktion, von Projektentwicklung bis zum Vertrieb, unterstützt. Filmemacher können zu bestimmten Terminen ihre Projekte bei der Filmstiftung einreichen, die dann von Fördergremien bewertet und im besten Fall auch gefördert werden. Seit 1991 unterstützte die Stiftung mehr als 2100 Filme mit 642 Mio. Euro und verbuchte neun Oscar-Nominierungen geförderter Filme.

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