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Mädchen aus Bronze

Hemmerder Schulkinder sind wieder vereint

Von Thomas Raulf, 09.05.2018
Hemmerder Schulkinder sind wieder vereint © Michael Neumann
Die Kinder der Hemmerder Grundschule feierten am Mittwoch ihre bronzenen Schulkameraden. Endlich ist ...

Hemmerde. Der Heimatverein und Sponsoren machen es möglich: Das bronzene Kinderpaar vor der Hemmerder Schule ist wieder komplett. Das Mädchen ist zurück.

Kaum ein Kunstwerk im öffentlichen Raum hat eine so dramatische Geschichte wie die Schulkinder von Hemmerde. 2005 hatte Albrecht Kiese vom Heimatverein des Kirchspiels Hemmerde die Idee, dass die Hemmerder Schule zu ihrem 100-jährigen Bestehen 2009 ein besonderes Kunstwerk bekommen sollte. Nach aufwendigen Planungen und Absprachen mit Stadt und Sponsoren wurden die zwei Bronze-Schulkinder an der Hemmerder Dorfstraße aufgestellt. „Aber die Freude währte nicht lang“ erinnert sich Kiese. 2012 brachen Unbekannte das Mädchen ab und nahmen es mit. Kirchenhausmeister Volker Viedler fand die Figur später am Friedhof. Das Mädchen wurde wieder neben seinem Bruder aufgestellt. 2016 dann musste Hausmeister Viedler erschrocken feststellen: Wieder hatte jemand das Mädchen weggerissen. Dieses Mal blieb die Figur verschwunden.

Hemmerder Schulkinder sind wieder vereint © Michael Neumann
Der Künstler Harald K. Müller (r.) und Albrecht Kiese als Ehrenvorsitzender des Hemmerder Heimatvere ...

Zum Glück hatte der Künstler Harald K. Müller aus Hamm die Gussformen nie weggeworfen. So konnte er dem Heimatverein die Figur wiederherstellen. Mehrere Monate Arbeit stecken in dem fast lebensgroßen Kind, das jetzt wieder an Ort und Stelle steht. Die Figur ist nun besonders stark gesichert. Künstler Müller betonte am Mittwoch bei der feierlichen Übergabe aber auch, dass er die Figur aus einer besonderen Legierung gefertigt habe, die überhaupt nicht eingeschmolzen werden könne. „Es lohnt sich also überhaupt nicht, sie zu stehlen.“ Das hofft nicht nur Albrecht Kiese, inzwischen Ehrenvorsitzender des Heimatvereins. Er dankte am Mittwoch dem Künstler, der trotz aller Mühen auf ein Arbeitshonorar verzichtet habe. Er dankte auch dem Hemmerder Ehepaar Hannelore und Jürgen Darpe. Die beiden hatten seinerzeit die Reparatur des wiedergefundenen Mädchens bezahlt. Nun hatten sie auch die Kosten für die neue Figur übernommen. Jürgen Darpe hatte zu seinem 80. Geburtstag Gäste um Spenden dafür gebeten. Seine Frau Hannelore erklärt, die Schule und die Kinder lägen ihnen am Herzen. „Unsere Kinder sind hier zur Schule gegangen und unsere Enkel. In drei Jahren kommen die ersten Urenkel.“

Zum Dank für die Wiedervereinigung der Schulkinder bekamen Heimatverein, Künstler und Sponsoren sogar ein Doppelständchen: Die gesamte Kinderschar der Grundschule sang „Kein schöner Land“ mit Akkordeonbegleitung von Schulleiter Hans Balter und das Rosenstolz-Lied „Gib mir Sonne“ mit Begleitung aus der Musikanlage.

Freundlich und verkehrsberuhigend

Das Schulmädchen ist eigentlich die wichtigere der beiden Kinderfiguren an der Hemmerder Dorfstraße. Wie Initiator Albrecht Kiese am Mittwoch noch einmal erläuterte, gab es für die Installation zwei Hintergedanken. Während der Junge mit seinem Ranzen zielstrebig Richtung Schule geht, winkt das Mädchen noch einmal freundlich zurück ins Dorf. Es könnte seine Mutter auf diese Weise grüßen. Das Mädchen winkt aber auch in den Verkehr auf der Dorfstraße. Jeden Autofahrer möge es daran erinnern, dass hier tatsächlich regelmäßig Kinder unterwegs sind, die Rücksicht und Langsamfahren verdient haben.

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