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Hausbesuche des Rathauses

Vielleicht muss Unnas Bürgerservice nur mobiler werden

Von Thomas Raulf, 13.05.2018
Vielleicht muss Unnas Bürgerservice nur mobiler werden © Udo Hennes
Die Stadtverewaltung berät nicht nur im Rathaus, sondern macht auch Hausbesuche.

Unna. Im Rahmen einer Diskussion im Behindertenbeirat wurde klar, dass viele von einem besonderen Angebot des Bürgerservice gar nicht wissen: Mitarbeiter aus dem Rathaus machen Hausbesuche.

Der Beirat kommentierte den Vorschlag aus der Sparkommission, die Außenstellen des Bürgeramts in Massen, Königsborn, Lünern und Hemmerde zu schließen. Diesen Vorschlag umzusetzen, sei keine behindertenfreundliche Politik, sagte Beiratsmitglied Alexander Muth.

Ob es eigentlich bekannt sei, dass der Bürgerservice auch nach Hause kommt, fragte Gabriele Meyer (CDU) in die Runde. Kopfschütteln von fast allen war die Antwort. Für wen genau dieser Service infrage kommt, konnte in der Beiratssitzung allerdings nicht erklärt werden. Mit Ausnahme einer Protokollantin und des städtischen Seniorenbeauftragten, der dazu nichts sagte, war kein Mitarbeiter der Stadtverwaltung bei der Sitzung anwesend.

Im Nachhinein erläuterte nun Stadtsprecherin Katja Sahmel, wie das geht mit dem mobilen Bürgerservice. Ist jemand nicht gehfähig oder anderweitig gesundheitlich eingeschränkt, dann kann er einen Hausbesuch vom Bürgerservice erhalten. Dabei kann ein „Bürgerkoffer“ mitgebracht werden, sozusagen das mobile Büro. Mit diesem Koffer richten sich die Bürgeramtsmitarbeiter auch in den Außenstellen Lünern und Hemmerde ein, wenn dort Servicezeit ist. Das Gerät sei aber sehr schwer, sagt Sahmel. Deswegen werde der Koffer nicht zwingend zu Privatpersonen mitgenommen. Der jeweilige Bürgeramtsmitarbeiter würde gegebenenfalls fragen, was gebraucht wird, die entsprechenden Formulare vorbereiten und zum Hausbesuch mitbringen.

Den Service gebe es schon seit einigen Jahren, sagt Sahmel. Die Nachfrage sei aber sehr gering: Ein Fall im Jahr 2009 ist dokumentiert. Sonst keiner. Offen ist, ob das an der Noch-Verfügbarkeit des Bürgerservice auch in den Stadtteilen liegt, daran, dass niemand das Hausbesuch-Angebot kennt – oder an Zusatzkosten: Wenn jemand den Bürgerservice nicht aus Krankheitsgründen nutzt, sondern etwa aus Bequemlichkeit, muss er zusätzlich 16 Euro für die Anfahrt zu einem Termin bezahlen. Weitere vier Euro berechnet die Stadt als Pauschale pro Person.

Die Kosten sind geregelt in einer Verwaltungsgebührensatzung, beschlossen vom Rat. Theoretisch könnte der Rat also auch entscheiden, den Service kostenfrei zu stellen, wenn er gleichzeitig die Schließung der Außenstellen beschließt.

Kontakt zum Bürgerservice

Wer Fragen zum Bürgerservice hat oder den mobilen Service in Anspruch nehmen möchte, meldet sich im Rathaus: Tel. (02303) 103-325 oder -329; E-Mail: buergerservice@stadt-unna.de

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