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Heimanngraben in Dortmund-Mengede wird naturnah umgebaut

KI-generiertes Symbolbild: Heimanngraben in Dortmund-Mengede wird naturnah umgebaut
KI-generiertes Symbolbild zum Beitrag „Heimanngraben in Dortmund-Mengede wird naturnah umgebaut“. Bild: OpenAI

Auf knapp 630 Metern sollen technische Einbauten verschwinden und Fischwanderungen erleichtert werden. Das 3,3-Millionen-Euro-Projekt umfasst auch Wege an den Emscher-Auen.

Der Heimanngraben in Dortmund-Mengede soll von Anfang November 2026 an naturnäher gestaltet und für Fische besser passierbar werden. Die Emschergenossenschaft will technische Einbauten entfernen, Höhenunterschiede durch flachere Sohlgleiten ausgleichen und zugleich Wege am Hochwasserrückhaltebecken Emscher-Auen erneuern. Der Abschluss des rund 3,3 Millionen Euro teuren Gesamtprojekts ist für Anfang 2028 vorgesehen.

Was am Heimanngraben verändert wird

Der Gewässerumbau betrifft einen knapp 630 Meter langen Abschnitt des Heimanngrabens. Der Bach verläuft auf Dortmunder Stadtgebiet und mündet in Mengede in die Emscher. Nach Angaben der Emschergenossenschaft sollen alte Einleitungen und Einbauten, Betonsohlschalen sowie künstliche Abstürze zurückgebaut oder vollständig entfernt werden.

Für die naturnähere Gestaltung will der Wasserwirtschaftsverband außerdem vorhandene Gewässerbermen abtragen. Als Berme wird hier der flachere Teil der Böschung unmittelbar vor dem Wasser bezeichnet. An ihrer Stelle ist eine sogenannte Ersatzaue vorgesehen. Der Heimanngraben soll dadurch breiter und flacher werden. Die Emschergenossenschaft verbindet damit das Ziel, vielfältigere Gewässerstrukturen zu schaffen und die Ansiedlung unterschiedlicher Arten zu fördern.

Der Umbau verändert damit nicht nur einzelne Bauwerke. Auch das Profil des Gewässers wird neu gestaltet. Welche ökologische Entwicklung daraus langfristig entsteht, lässt sich aus der Bauplanung allein allerdings nicht ableiten.

Sohlgleiten ersetzen schwer passierbare Abstürze

Eine zentrale Aufgabe betrifft bergbaubedingte Höhenunterschiede entlang des Heimanngrabens. Bislang werden sie teilweise durch künstliche Abstürze überwunden, die wie kleine Wasserfälle wirken. Nach Darstellung der Emschergenossenschaft machen diese Stufen die Wanderung von Fischen entgegen der Fließrichtung nahezu unmöglich.

Die Abstürze sollen deshalb durch Sohlgleiten ersetzt werden. Dabei wird ein Höhenunterschied nicht an einer steilen Kante, sondern über eine längere, geneigte Gewässerstrecke ausgeglichen. Der Übergang fällt dadurch weniger abrupt aus und soll für Fische sowie andere Wasserorganismen leichter passierbar werden.

Die von der Emschergenossenschaft verwendete Formulierung „EU-Reisefreiheit für Fische“ ist kein Rechtsbegriff. Gemeint ist die ökologische Durchgängigkeit eines Fließgewässers: Künstliche Hindernisse sollen die Ausbreitung und Wanderung von Wasserorganismen möglichst nicht unterbrechen.

Wasserrahmenrichtlinie setzt den europäischen Rahmen

Den übergeordneten rechtlichen Rahmen bildet die europäische Wasserrahmenrichtlinie. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, eine Verschlechterung des Gewässerzustands zu verhindern und die vorgegebenen Umweltziele zu verfolgen. Bei Flüssen berücksichtigt die Zustandsbewertung neben biologischen und chemischen Merkmalen auch hydromorphologische Bedingungen. Dazu gehören die Gestalt des Gewässers, sein Abflussverhalten und seine Durchgängigkeit.

Die Beseitigung einer Barriere ist deshalb ein fachlich relevanter Baustein, aber nicht mit dem gesamten ökologischen Zustand eines Gewässers gleichzusetzen. Die Wasserrahmenrichtlinie betrachtet mehrere Qualitätskomponenten gemeinsam. Aus dem Bau einer Sohlgleite allein folgt daher noch keine Aussage darüber, welche Arten sich später ansiedeln oder wie sich der Gewässerzustand insgesamt entwickelt.

Wege an den Emscher-Auen werden ebenfalls erneuert

Parallel zum Gewässerumbau lässt die Emschergenossenschaft vorhandene Wege rund um das Hochwasserrückhaltebecken Emscher-Auen ausbauen. Die Anlage erstreckt sich über Gebiete der Städte Dortmund und Castrop-Rauxel. Asphaltflächen, die beim Bau der Hochwasserschutzanlage als Baustraßen dienten, sollen entfernt werden. Für das Wegenetz ist anschließend eine wassergebundene Decke vorgesehen.

Während der Bauzeit müssen sich Radfahrende abschnittsweise auf geänderte Wegeführungen rund um das Rückhaltebecken einstellen. Baustellenfahrzeuge sollen den Bereich über die Siegenstraße und die Strünkedestraße erreichen und verlassen. Konkrete Zeiträume für einzelne Umleitungen oder Einschränkungen sind bislang nicht benannt.

Die Arbeiten am Gewässer und am Wegenetz bilden ein gemeinsames Vorhaben. Die Investitionssumme von rund 3,3 Millionen Euro bezieht sich somit auf das Gesamtprojekt und nicht allein auf die Revitalisierung des Heimanngrabens oder die Erneuerung der Wege.

Hintergrund

Der Umbau des Heimanngrabens steht im Zusammenhang mit der langfristigen Neuordnung des Emschersystems. Über Jahrzehnte dienten die Emscher und zahlreiche Nebenläufe als technisch ausgebaute offene Abwasserläufe. Beim Emscher-Umbau von 1992 bis 2021 entstand nach Angaben der Emschergenossenschaft eine unterirdische Abwasserinfrastruktur mit 436 Kilometern neuen Kanälen und vier Großkläranlagen.

Die Verlagerung des Abwassers in unterirdische Kanäle schuf die Voraussetzung dafür, frühere Abwasserläufe schrittweise ökologisch umzugestalten. Die Emschergenossenschaft beziffert den Umfang der vorgesehenen Renaturierungen im Verbandsgebiet auf rund 340 Gewässerkilometer. Parallel entstanden nach ihren Angaben gemeinsam mit den beteiligten Kommunen mehr als 360 Kilometer Rad- und Fußwege.

Am Heimanngraben treffen mehrere Aufgaben auf engem Raum zusammen: die strukturelle Entwicklung des Gewässers, der Betrieb einer Hochwasserschutzanlage und die Nutzung der Umgebung durch den Rad- und Fußverkehr. Die geplanten Sohlgleiten und das breitere Profil können die Voraussetzungen für die ökologische Durchgängigkeit verbessern. Ob daraus auch eine messbare Aufwertung des Gewässers entsteht, wird sich erst an seiner weiteren Entwicklung beurteilen lassen.

Veröffentlicht von: Redaktionsteam HAWR DIGITAL (geprüft und freigegeben)

Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz vorbereitet und geschrieben. Die Redaktionsteam HAWR DIGITAL hat den Text und die verwendeten Quellen vor der Veröffentlichung auf Fakten, Logik und Qualität geprüft.

Schlagwörter

Kategorien: Umwelt
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