Bergkamen hat eine gesamtstädtische Mobilitätsstrategie erarbeitet, die Verkehr und Klimaschutz langfristig stärker miteinander verbinden soll. Eine städtische Beschlussvorlage nennt drei Leitziele bis 2040: klimaneutrale Mobilität, eine hälftige Aufteilung zwischen Umweltverbund und Autoverkehr sowie ein umweltfreundliches Angebot in fünf Gehminuten Entfernung.
Drei Leitziele für die nächsten Jahre
Die Stadt nennt Klimaneutralität im Mobilitätssektor bis 2040 als erstes Leitziel. Zweitens strebt sie ein Verhältnis von 50 zu 50 zwischen dem Umweltverbund und dem motorisierten Individualverkehr an. Der Umweltverbund umfasst üblicherweise Wege zu Fuß, mit dem Rad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Drittens soll ein umweltfreundliches Mobilitätsangebot innerhalb von fünf Gehminuten erreichbar sein.
Diese Ziele betreffen unterschiedliche Fragen: Emissionen, die Verteilung der Verkehrsarten und die Nähe zu Angeboten. Sie sind nicht gleichzusetzen mit einer sofortigen Veränderung von Buslinien oder Straßen. Ob sich der angestrebte Verkehrsmix erreichen lässt, hängt unter anderem von Infrastruktur, Angebot, Kosten und dem Verhalten der Verkehrsteilnehmenden ab.
Strategie ist noch kein fertiger Maßnahmenplan
Die am 21. September 2026 datierte Beschlussvorlage beschreibt die Strategie als übergeordneten Orientierungsrahmen. Daraus sollen Maßnahmen priorisiert, weiterentwickelt und später gesondert politisch beraten werden. Die Stabsstelle Klimaschutz und Mobilität ist für die fachübergreifende Koordinierung vorgesehen.
Aus der Strategie entstehen laut Vorlage zunächst keine unmittelbaren zusätzlichen finanziellen Verpflichtungen. Sobald konkrete Projekte Geld benötigen, sollen Haushaltsplanung und politische Gremien erneut entscheiden. Eine allgemeine Zielsetzung ist deshalb noch keine Zusage für einen bestimmten neuen Radweg, eine Buslinie oder eine Parkplatzregelung.
Woran sich die Entwicklung messen lassen wird
Für Einwohner dürfte sich die Strategie im Alltag daran messen lassen, ob Wege sicherer und Angebote verlässlicher werden. Das Ziel, umweltfreundliche Mobilität in fünf Gehminuten erreichbar zu machen, wirft beispielsweise Fragen nach der räumlichen Verteilung von Haltestellen und anderen Angeboten auf.
Auch die angestrebte Aufteilung der Verkehrsarten benötigt später nachvollziehbare Daten. Ohne Ausgangswerte und regelmäßige Erhebungen lässt sich nicht feststellen, ob die Stadt dem 50/50-Ziel näherkommt. Nach Angaben der Vorlage ist eine Fortschreibung bei geänderten Rahmenbedingungen vorgesehen. Das macht die Umsetzung zu einem längeren Prozess, nicht zu einem einmaligen Ratsprojekt.


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