Die sandgefüllte Nisthilfe soll bodennistenden Insekten geeignete Strukturen bieten. Sichtbar ist sie von einem öffentlichen Geh- und Radweg.
Auf dem Gelände der Kläranlage Duisburg-Alte Emscher hat die Emschergenossenschaft nach eigenen Angaben ein Sandarium angelegt. Die 2,75 mal 2,75 Meter große und 70 Zentimeter hohe Sandfläche ist als Nisthilfe für bodennistende Insekten vorgesehen.
Die Angaben stammen aus einer Mitteilung des Wasserwirtschaftsverbandes, die auf den 2. November 2026 datiert ist. Das Sandarium liegt demnach nahe dem Kunstwerk „Emscher Folly“ und ist von einem öffentlichen Geh- und Radweg aus sichtbar.
Sand und Schredderholz als Bauelemente
Ein Sandarium unterscheidet sich von verbreiteten Nisthilfen aus durchbohrtem Holz oder gebündelten Pflanzenstängeln. Es richtet sich an Insekten, die ihre Nester im Boden anlegen. Die Fläche soll ihnen ein geeignetes Substrat für Nistgänge bieten.
Die Form der Duisburger Anlage orientiert sich nach Darstellung der Emschergenossenschaft am Logo des Verbandes und damit am geschwungenen Verlauf der Emscher. Eine Einfassung aus Schredderholz umgibt die Sandfläche.
Das Holz soll zusätzlichen Lebensraum schaffen und Wildbienen Material zum Verschließen von Nistgängen und Brutröhren liefern. Dabei handelt es sich um die vorgesehene Funktion der Anlage. Ob und von welchen Arten sie tatsächlich angenommen wird, lässt sich nur durch Beobachtungen vor Ort beurteilen.
Standort nahe der „Emscher Folly“
Das Sandarium befindet sich auf Höhe des Thyssen-Tors 7 in unmittelbarer Nähe der „Emscher Folly“ der Künstlerin Nicole Wermers. Nach Angaben der Emschergenossenschaft ist die Anlage vom dort verlaufenden öffentlichen Geh- und Radweg aus gut zu sehen.
Die Kläranlage Duisburg-Alte Emscher stammt aus dem Jahr 1989. Im Jahr 1999 wurde sie im Zuge des Emscher-Umbaus erweitert. Der Verband gibt ihre Auslegung mit 500.000 Einwohnerwerten an. Der Einwohnerwert ist eine rechnerische Größe, mit der die Belastung einer Kläranlage durch häusliches und gewerbliches Abwasser beschrieben wird.
Ökologischer Nutzen muss sich in der Praxis zeigen
Das Sandarium ergänzt eine wasserwirtschaftliche Betriebsfläche um eine gezielt für bodennistende Insekten geschaffene Struktur. Maße, Material und Standort beschreiben jedoch zunächst nur das vorhandene Angebot. Für eine Bewertung des ökologischen Nutzens wäre entscheidend, ob geeignete Arten die Fläche besiedeln und zur Fortpflanzung verwenden.
Damit bleibt die Trennung zwischen beabsichtigter Funktion und nachgewiesener Wirkung wichtig: Die Anlage kann Nistmöglichkeiten bereitstellen, ihre tatsächliche Bedeutung für einzelne Insektenarten ergibt sich aber erst aus der Nutzung.
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